Formel 1

Nico Rosberg bleibt Silberpfeilen zwei weitere Jahre treu

Rosberg hat seinen Vertrag mit Mercedes um zwei weitere Jahre verlängert. Offenbar hat ihn das beim Großen Preis von Ungarn beflügelt.

Nico Rosberg (r.) zeigt gemeinsam mit Mercedes-Motorsportchef Christian Wolff seinen unterschriebenen Vertrag

Nico Rosberg (r.) zeigt gemeinsam mit Mercedes-Motorsportchef Christian Wolff seinen unterschriebenen Vertrag

Foto: Instagram/Nico Rosberg / BM

Budapest.  – In unruhigen Zeiten hat Formel-1-Pilot Nico Rosberg seinen auslaufenden Vertrag bei Mercedes bis 2018 verlängert und schöpft im engen Teamduell mit Lewis Hamilton neue Kraft – denn nach monatelangen Verhandlungen bekennt sich Mercedes klar zum Deutschen. Der Weltmeister-Rennstall stellte am Freitag vor dem Großen Preis von Ungarn ein Video online, in dem zunächst der WM-Spitzenreiter und dann Motorsportchef Christian Wolff ihre Unterschrift unter den neuen Kontrakt setzten.

„Es ist ein ganz besonderer Moment für mich, dieses Stück Papier zu unterzeichnen und bei meinem Traumteam zu verlängern. Ich freue mich auf die Zukunft, und ich bin allen Beteiligten sehr dankbar“, sagte Rosberg, für den der ehemalige Formel-1-Pilot Gerhard Berger die Verhandlungen geführt hatte.

45 Millionen Euro in zwei Jahren

„Wir haben viele Monate gesprochen und verhandelt, aber es war immer klar, dass wir mit Nico weitermachen wollten“, sagte Mercedes-Motorsportchef Wolff: „Er ist für uns ein Volltreffer, und die Unterschrift ist alles was zählt.“ Nach Informationen der „Bild“-Zeitung soll Rosberg in den kommenden zwei Jahren inklusive Prämien rund 45 Millionen Euro verdienen.

Seit 2010 fährt Rosberg für Mercedes. In den ersten drei Jahren war der heute 31-Jährige dort Teamkollege von Rekordweltmeister Michael Schumacher. Seit 2013 liefert er sich ein Teamduell mit Hamilton, der Weltmeister hatte seinen Vertrag im Vorjahr ebenfalls bis 2018 verlängert.

Seit 2014 und der Einführung der neuen Turbo-Hybridmotoren dominiert Mercedes die Königsklasse, den Titel holte zweimal in Folge jedoch Hamilton. In der laufenden Saison liegt Rosberg vor dem elften von 21 WM-Läufen in Mogyorod vor den Toren von Budapest (Sonntag, 14 Uhr/RTL und Sky) einen Punkt vor seinem Teamkollegen.

Im zweiten freien Training Schnellster

Nach einem starken Saisonstart mit vier Siegen in Serie hatte Rosberg zwischenzeitlich schon 43 Punkte Vorsprung, seit Wochen eilt nun aber Hamilton von Sieg zu Sieg. Im Verlauf dieses Jahres war es in dem engen Teamduell zu drei Kollisionen zwischen den Stallrivalen gekommen, zwischen den einstigen Jugendkumpels sind zudem wiederholt Spannungen offen zutage getreten.

Dies schürte Spekulationen um einen Abschied Rosbergs, nach einem Krisengespräch Anfang des Monats vor dem Großen Preis von England bekannte sich die Teamführung aber zu beiden Fahrern.

Ein neuer Vertrag am Morgen, die klare Bestzeit am Nachmittag - beflügelt von seiner Verlängerung bei Mercedes hat Nico Rosberg den Auftakt des Großen Preises von Ungarn dominiert und sich auf ein wegweisendes Wochenende eingestimmt. Der WM-Spitzenreiter profitierte zudem vom Pech seines Teamrivalen Lewis Hamilton, der Engländer verpasste nach einem Unfall am Freitagnachmittag mehr als eine Stunde des freien Trainings.

Das Missgeschick des Lewis Hamilton

Rosberg gelang in 1:20,435 Minuten die mit Abstand beste Zeit auf dem Hungaroring und rundete den Tag damit ab. Am Morgen hatten die Silberpfeile die Ausdehnung des Vertrages bis 2018 verkündet, der Deutsche sprach von einem "ganz besonderen Moment, ich freue mich auf die Zukunft bei meinem Traumteam. Das war ein großartiger Start ins Wochenende."

Am Sonnabend und am Sonntag bekommt der 31-Jährige jede Menge zu tun. Nur noch einen Punkt beträgt im WM-Klassement der Vorsprung auf Hamilton, der vier der vergangenen fünf Rennen gewonnen hat. Den Saisonstart hatte der Weltmeister vermasselt, doch am Sonntag könnte er erstmals in diesem Jahr wieder die WM-Führung übernehmen.

Der Ausrutscher nach etwa 15 Minuten des zweiten Trainings kostete nun wertvolle Zeit, um Erkenntnisse auf dem mit neuem Asphalt ausgestatteten Kurs zu sammeln. Das Auto musste nach dem seitlichen Einschlag in die Streckenbegrenzung komplett auf Schäden untersucht werden. "Keine tolle Einheit für mich", sagte Hamilton, "ich muss mich beim Team entschuldigen, das dadurch so viel Arbeit hat. Aber in den wenigen Runden hatte ich ein gutes Gefühl."

Starker Auftritt von Red Bull

Eine schnelle Runde konnte Hamilton am Nachmittag nicht mehr setzen, seine Zeit vom Vormittag (1:21,347) reichte immerhin für den dritten Platz in der Tagesabrechnung - ohnehin dürfte Hamilton angesichts der jüngsten Ergebnisse selbstbewusst in das Wochenende und das Rennen am Sonntag gehen.

Durch das Missgeschick des Briten gelang Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo (Australien/1:21,030) die zweitbeste Zeit des Tages, auch vor Ferrari-Pilot Sebastian Vettel (Heppenheim/1:21,348) und seinem Teamkollegen Max Verstappen (Niederlande/1:21,770). Red Bull gilt angesichts der Charakteristik des Kurses vor den Toren Budapests, der vor allem Autos mit starkem Abtrieb begünstigt, als Mitfavorit auf den Sieg.

Vettel unterstrich allerdings, dass auch Ferrari sich in Ungarn einiges ausrechnen dürfe. "Der Freitag sagt nicht so viel aus, das macht mir keine Sorgen", sagte Vettel mit Blick auf Red Bull: "Wir müssen die Balance unseres Autos noch verbessern, aber das sollten wir bis morgen schaffen."

Nach dem ganz schwachen Abschneiden der Scuderia in Silverstone mit dem neunten Platz für Vettel müssen die Roten um ihren Status als erster Mercedes-Jäger kämpfen. Nico Hülkenberg (Emmerich/1:22,449) im Force India landete auf dem neunten Platz, Pascal Wehrlein (Worndorf/1:23,992) belegte im unterlegenen Manor als 21. den vorletzten Rang.