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In Dortmund soll Götze sein Lachen wiederfinden

Für 25 Millionen Euro kehrt der verlorene Sohn zurück zum BVB

shanghai. Borussia Dortmund hat gerade seine neuntägige China-Reise begonnen. Heute spielt die Mannschaft beim „International Champions Cup“ gegen Manchester United, trifft auf den ehemaligen Teamkollegen Henrikh Mkhitaryan. Doch als sich der Dortmunder Trainer Thomas Tuchel in den spärlich eingerichteten und eiskalt gekühlten Presseraum in den Katakomben des Shanghai Stadiums setzte, war vor allem ein Name Thema: Mario Götze.

Das Dortmunder Wunderkind kehrt nach drei enttäuschenden Jahren beim FC Bayern München zurück zum BVB. Der Weltmeister erhält einen Vertrag bis 2020. Die Ablösesumme soll bei rund 25 Millionen Euro liegen. Es ist ein spektakulärer Transfer. Aber auch ein Wechsel mit einer großen Frage: Kann Götze sein altes Niveau erreichen, das ihn im Dortmunder Trikot zu einem der begehrtesten Spieler in Europa werden ließ? „Das wird ein weiter Weg“, sagte Tuchel. Doch in der Wohlfühlatmosphäre beim BVB soll dieser Weg gelingen. „Er ist auf der Suche nach mehr Nähe. Deshalb dieser Schritt. Ich wünsche mir, Mario öfter lachen zu sehen“, so der Trainer.

Zu den Bayern würde er nicht noch einmal wechseln

Dazu passten auch die Worte von Götze selbst. „Wenn ich nun in meine Heimat zurückkehre, möchte ich versuchen, alle Menschen durch Leistung zu überzeugen“, teilte der 24-Jährige mit. Und erklärte zu seiner Entscheidung, die Borussia 2013 in Richtung München zu verlassen: „Ich würde sie so heute auch nicht mehr treffen.“ Klare Worte. Bei vielen Dortmunder Fans wird er trotzdem zunächst einen schweren Stand haben. Zu tief sitzt der Stachel des plötzlich Abschieds vor drei Jahren.

Auch Tuchel wird er erst mal von sich überzeugen müssen. Götze ist nicht sein Wunschspieler. Der Trainer will einen Offensivmann, der 90 Minuten rennen kann – auch, wenn der BVB alle drei Tage spielt. Ob das der Zugang leisten kann, ist zumindest fraglich. In seiner Zeit beim Rekordmeister war er häufig verletzt.

Und war er fit, hat er unter Trainer Pep Guardiola keine große Rolle gespielt. Meistens sah er die Spiele von der Bank aus. Tuchel aber ist ein großer Fan von Guardiola, tauscht sich mit dem Spanier aus, spielt einen ähnlichen Fußball. Nun muss der Dortmunder Trainer also das schaffen, was eines seiner Vorbilder nicht geschafft hat: das volle Leistungsniveau aus Götze herauskitzeln. Für Tuchel hingen die Probleme von Götze beim Rekordmeister aber mit dem Umfeld zusammen. „Bayern München steht noch mehr für den höchsten Leistungsdruck. In dieser Atmosphäre braucht es besondere Eigenschaften, um sich durchzusetzen.“

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zeigte sich dagegen regelrecht euphorisch: „Ich freue mich sehr, dass Mario sich für Borussia Dortmund entschieden hat. Ich habe seit seinem Weggang im Jahr 2013 immer gehofft, dass er eines Tages zu uns zurückkehren wird.“ Beim BVB soll Götze in zentraler Position spielen – und so den Verlust von Mkhitaryan kompensieren. Dabei wird ihm in Zukunft André Schürrle helfen. Nach Informationen dieser Zeitung steht einem Wechsel nichts mehr im Weg. Die beiden Freunde, die in dieser Sommerpause gemeinsam in Malibu Urlaub machen, würden dann in einem Verein spielen. Nach der China-Reise sollen sie zum BVB stoßen.

Vorher spielt der BVB gegen Manchester. 60.000 Fans werden erwartet. Vor dem Stadion werben Plakate für die Partie. Darauf zu sehen sind Marco Reus, Marcel Schmelzer und Shinji Kagawa. In ein paar Wochen würde vermutlich auch Mario Götze abgebildet werden.