Finhaut-Emosson

Russe Sakarin gewinnt erste Alpen-Etappe

Froome baut seinen Vorsprung in Tour-Gesamtwertung aus

Finhaut-Emosson. Chris Froome hat seinen Vorsprung im Klassement der 103. Tour de France ausgebaut, und Nairo Quintana kommt für den Gesamtsieg kaum noch in Frage. Die erste von vier Alpenetappen sorgte für klare Verhältnisse und brachte den Briten seinem dritten Toursieg einen Riesenschritt näher. Dem 31 Jahre alten Froome reichten am Mittwoch die letzten 1700 Meter beim Aufstieg ins Tagesziel Finhaut-Emosson, um den Konkurrenten erneut seine Dominanz zu demonstrieren.

Auf 1960 Meter Meereshöhe sicherte sich Ilnur Sakarin nach 184,5 Kilometern den ersten Tagessieg eines russischen Radprofis. Der Fahrer aus dem Katusha-Team holte den Etappenerfolg im Ziel des 17. Abschnitts mit 55 Sekunden Vorsprung vor dem Kolumbianer Jarlinson Pantano. Sakarin (26) hatte sich im Schlussanstieg auf den Staudamm am Lac d’Emosson in der Schweiz als Stärkster einer zuletzt drei Fahrer großen Ausreißergruppe erwiesen. Sein Tagessieg war die Krönung seiner Tour-Premiere. „Ich habe heute alles gegeben“, sagte Sakarin, der beim Giro d’Italia in einer Abfahrt schwer gestürzt war. Mit dem Dopingskandal in seiner Heimat wollte er sich nicht beschäftigen. „Ich bin hier bei der Tour und halte mich davon fern“, sagte Sakarin, der 2009 eine zweijährige Dopingsperre erhalten hatte.

Der designierte Toursieger Froome baute seinen Vorsprung ohne sichtbare Anstrengung aus. Seine Leichtigkeit machte so manchen Beobachter am Mittwoch sprachlos. „Es war heute sehr schwer und sehr heiß, aber mein Team war phänomenal. Ich fühle mich in der dritten Woche besser als im Vorjahr“, sagte Froome.

Sein bisheriges Erfolgsrezept für anspruchsvolle Bergetappen funktionierte auch im Schatten des Montblanc: Seine Teamkollegen, vor allem Wouter Poels oder Mikel Nieve, parierten im Finale alle zaghaften Angriffe der Kontrahenten. Froome musste erst am Schluss eingreifen und sorgte mit seinem Stakkato-Tritt für einen weiteren Sekunden-Vorsprung vor den Herausforderern. Der Träger des Maillot Jaune geht mit 2:27 Minuten Abstand auf den Niederländer Bauke Mollemea und 2:53 Minuten auf seinen Landsmann Adam Yates in das Bergzeitfahren am Donnerstag. Quintana verlor weitere 28 Sekunden auf Froome, der die Tour 2015 gegen den Kolumbianer im Finale fast noch verloren hätte. Ein solches Szenario erscheint diesmal ausgeschlossen.