Gelsenkirchen

Schalkes Sané will nur noch weg auf die Insel

Jungstar soll für 50 Millionen Euro nach England wechseln

Gelsenkirchen. Nach dem Schalker Schützenfest in Wanne-Eickel sprach Christian Heidel endlich Klartext. „Leroy Sané hat geäußert, dass er gerne in diesem Sommer wechseln möchte. Das haben wir zu akzeptieren“, sagte der neue Sportvorstand der Königsblauen und sprach aus, was seit Wochen gemunkelt wird: Das wohl größte Talent des deutschen Fußballs will weg.

Heidel bestätigte zudem, dass es bei Sanés Fernweh „um England“ gehe, ohne einen bestimmten Verein zu nennen. Ein Angebot von Manchester City, neuer Klub des bisherigen Bayern-Trainers Pep Guardiola, soll Schalke aber bereits vorliegen. „Wir werden einem Wechsel entsprechen, wenn die Rahmenbedingungen für Schalke in Ordnung sind“, so Heidel: „Da das momentan nicht der Fall ist, steht kein Wechsel an.“

Heidels Nachsatz dürfte aber in erster Linie Teil des Pokers um die Ablöse sein. Mindestens 50 Millionen Euro soll der 20-Jährige englischen Medien zufolge kosten. In der nächsten Transferperiode würde eine Ausstiegsklausel im bis 2019 laufenden Vertrag in Höhe von 37 Millionen Euro greifen. Das zusätzliche Geld würde Schalke nun wohl gern mitnehmen, auch wenn Heidel betonte, noch „in keinen finalen Verhandlungen“ zu sein.

Sané selbst fehlte am Dienstagabend beim deutlichen 13:0 gegen den Westfalenligisten aus Wanne-Eickel. Der EM-Teilnehmer steigt später ins Training ein. Gut möglich aber, dass der Flügelstürmer nie mehr das Schalker Leibchen tragen wird. Trainer Markus Weinzierl betonte zwar, Sané stehe weiter „bei Schalke unter Vertrag“ und er habe „den Wunsch, dass Leroy hier bleibt.“ Sein nachgeschobenes „Stand heute“ deutete aber an, dass alles wohl eine Frage der Zeit und der Höhe des Angebots wird.

Zu lange warten will Schalke nicht. Heidel erklärte, er habe eine „persönliche Deadline“, bis zu der eine Entscheidung gefallen sein soll. Am 1. August beginnt das Trainingslager in Österreich, dann will auch Weinzierl Planungssicherheit. Immerhin steht inzwischen fest, dass Bayern München aus dem Tauziehen ausgestiegen ist.