München

Pragmatiker trifft auf Philosophen

Die Bayern empfangen mit Neu-Trainer Ancelotti Manchester City mit dem Ex-Münchner Guardiola

München.  Bauchmensch gegen Kopfmensch, Pragmatiker gegen Philosoph: Carlo Ancelotti trifft nur 67 Tage nach dem Abschied von Pep Guardiola auf seinen Vorgänger beim deutschen Rekordmeister Bayern München. Doch es sind nicht nur zwei Trainer, die sich an der Seitenlinie gegenüberstehen werden, sondern zwei unterschiedliche Ansätze vom Fußball.

„Ich habe eine sehr gute Beziehung zu Pep Guardiola. Er hat hier hervorragende Arbeit geleistet“, sagt Ancelotti vor dem Testspiel gegen Manchester City am Mittwoch (20.30 Uhr, ZDF) über den Spanier. Wie Guardiola hat auch Ancelotti zu Saisonbeginn mit verletzten Spielern zu kämpfen. Beim ersten Test in Lippstadt hatte sich Arjen Robben eine Blessur an den Adduktoren zugezogen und fällt sechs Wochen aus. Einen neuen Spieler werden die Bayern nicht holen, stellte Ancelotti nun klar. Damit ist ein möglicher Wechsel des Schalke-Talents Leroy Sané vom Tisch.

Abseits des Platzes wird sich einiges ändern: Während Guardiola die Spieler meist in der Obhut der Ärtze ließ, lautet Ancelottis Credo: „Wenn ihre Zunge nicht verletzt ist, spreche ich auch mit ihnen.“ Überhaupt ist es der lockere Umgang, der am Trainingsgelände auffällt. Ancelotti fordert von seinen Spielern immer hundertprozentige Einstellung. Sagt aber auch, dass es nicht nur ernst zugehen muss. Gleiches gilt offenbar für Medientermine, bei denen sich Guardiola oft missverstanden fühlte.

„Ich versuche auch, meine eigenen Ideen hier einzubringen“, sagt der 57-jährige Italiener. Er ist allerdings nicht versessen auf ein spezielles System. „Der Pep-Stil war richtig gut. Ich hoffe, die Spieler vergessen das nicht“, so Ancelotti. Drei Jahre ging es an der Säbener Straße philosophisch zu, nun eher pragmatisch. Ancelotti versprach, dass er keine Revolution anstrebe.

Gemeinsam haben beide, dass sie sich im Vorfeld nicht mit ihrem jeweiligen Vorgänger ausgetauscht haben. Das wird auch beim direkten Duell nicht passieren. „Ich kenne meine Mannschaft schon sehr gut, ich muss keine Fragen stellen“, sagt Ancelotti. Dafür kann sich der Italiener für die Grußworte bedanken, die ihm Guardiola im Trainerbüro hinterlassen hat. Danach würde Ancelotti gerne länger bis zum nächsten Wiedersehen warten. Ein Finale in der Champions League zwischen Bayern und ManCity ist sein Wunsch: „Ich hoffe, unser nächstes Treffen ist in Cardiff.“ Beim Endspiel 2017.