Golf

Kaymer will die „Jungs oben in der Weltrangliste“ schlagen

Der US-Open-Sieger von 2014 und ehemalige Weltranglistenerste ist aber nur Außenseiter bei den 145. British Open.

Gut gelaunt: Martin Kaymer und sein Caddie Craig Connelly

Gut gelaunt: Martin Kaymer und sein Caddie Craig Connelly

Foto: Andrew Redington / Getty Images

Troon.  Martin Kaymer überließ nichts dem Zufall. Als der straffe Zeitplan dem deutschen Top-Golfer vor einigen Wochen ausnahmsweise mal ein paar freie Tage gönnte, nutzte er die Chance zu einer privaten Runde auf dem Royal Troon Golf Club. „Der Platz gefällt mir, mein Spiel war gut“, sagte Kaymer über seine ganz persönliche Generalprobe für die 145. British Open.

„Ich freue mich sehr auf die Woche. Am Anfang meiner Karriere habe ich mir immer vorgestellt, hier meinen ersten Majortitel zu gewinnen“, sagt der zweimalige Majorsieger, der nur zu gern Titel Nummer drei nach der PGA Championship und der US Open einheimsen würde.

Aber nicht nur wegen der positiven Eindrücke dieser spontanen Trainingsrunde reist Kaymer mit einiger Zuversicht an die schottische Westküste. Nach wochenlangen Zweifeln am eigenen Spiel und Hadern mit den durchschnittlichen Ergebnissen kommt der frühere Weltranglistenerste gerade noch rechtzeitig zur heißen Saisonphase offenbar wieder in Schwung. Drei der vergangenen fünf Turniere beendete er in den Top Ten, einmal sprang Platz 13 heraus.

Starke Konkurrenz

„Die Wochen waren sehr gut. Ich arbeite im Moment viel am Putten, dort hat mir ein bisschen das Glück gefehlt“, sagt der 31-Jährige: „Aber mein langes Spiel ist genau dort, wo ich es haben möchte. Früher oder später wird es wieder für ganz vorn reichen.“

Vielleicht ja schon in dieser Woche? Siebter war er 2010 einmal beim ältesten noch ausgespielten Turnier der Welt, die Kurse scheinen ihm zu liegen. Die Konkurrenz wird jedoch gewaltig sein. Kaymer geht davon aus, dass „die Jungs zu schlagen sind, die momentan oben in der Weltrangliste stehen.“ Und das sind einige.

US-Open-Sieger Dustin Johnson (USA), mit dem Kaymer die erste Runde am Donnerstag (15 Uhr, Sky) bestreitet, gehört ebenso dazu wie der Weltranglistenerste Jason Day (Australien) oder dessen Vorgänger Jordan Spieth (USA) und Rory McIlroy (Nordirland).

Das gefährliche achte Loch

Anders als für Kaymer ist „The Open“ für das Quartett vielleicht das wichtigste Turnier des Jahres - weil sie alle auf eine Olympia-Teilnahme verzichten. McIlroy, Sieger von 2014, dämpft aber die Erwartungen: „Ich habe keinerlei Erfahrung mit dem Platz in Troon.“

Und das könnte böse Folgen haben. Vor allem auf dem berüchtigten achten Par-3-Loch ist schon der ein oder andere Open-Traum geplatzt. 112 Meter ist es kurz, das nierenförmige Grün wird von fünf tückischen Bunkern flankiert. Der Deutsche Hermann Tissies benötigte 1950 einmal 15 Schläge - Kaymer dürfte das nicht passieren.