DortmunD

Tuchel wagt mit vielen jungen Profis einen Neuanfang

Der BVB-Coach hat trotz dreier prominenter Abgänge hohe Ziele

DortmunD. Seine Topstars Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Henrikh Mkhitaryan sind weg. Doch trotzdem jammert Thomas Tuchel nicht, vielmehr will der Chefcoach von Borussia Dortmund mit jungen Profis neue Wagnisse eingehen. „Es ist ein riskanter Weg. Aber Risiko wird auch belohnt“, sagte Tuchel. Eines bekannte der 42-Jährige nach den 102-Millionen-Euro-Transfers von Hummels zu Bayern München, Gündogan zu Manchester City und Mkhitaryan zu Manchester United aber auch: „Es fühlt sich wie ein Neuanfang an.“

Ob dabei André Schürrle vom VfL Wolfsburg eine Rolle spielen könnte, ist unklar: Zu einem möglichen Wechsel des Weltmeisters, den Tuchel aus gemeinsamen Zeiten bei Mainz 05 kennt, durfte der BVB-Coach am Dienstag nichts sagen. Vielmehr widmete er sich den Fakten. „Wir verlieren weltweites Topniveau“, bemerkte er zu den Abgängen. Dass deren neue Arbeitgeber bei den erfolgreichen Abwerbe-Maßnahmen ihre finanzielle Potenz ausspielten, musste der BVB-Cheftrainer anerkennen: „Wir sind an Grenzen gestoßen.“.

Den „größten Umbruch der vergangenen zehn Jahre“, wie ihn BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nannte, will Tuchel mit Mut zum Neuen nutzen: „Wir haben uns für Talent und Entwicklungsfähigkeit entschieden.“ In Portugals Europameister Raphaël Guerreiro (FC Lorient), Emre Mor (FC Nordsjaelland), Sebastian Rode (FC Bayern München), Marc Bartra (FC Barcelona), Ousmane Dembélé (Stade Rennes) und Mikel Merino (CA Osasuna) hat der BVB für rund 62 Millionen Euro bislang vor allem junge Profis verpflichtet.

Tuchel: „Wir lassen uns überraschen, wo das hinführt.“ Hummels, Gündogan und Mkhitaryan seien eins zu eins nicht zu ersetzen. „Aber wir sind alle offen für neue Lösungen. Und wir werden nicht daran festhalten, was wir hatten.“ Dass er in seinen Ambitionen bescheidener werden könnte, verbietet sich für den 42-Jährigen: „Wir stellen unsere Ansprüche nicht herunter.“ In der Bundesliga will er „die Spitze“ und in der Champions League „die Großen“ herausfordern. Dazu will er wieder ins DFB-Pokal-Finale kommen – „und gewinnen“.