Kampf um Rehabilitierung

Claudia Pechstein will Vorträge zu ihrem Fall halten

Die Berliner Eisschnellläuferin plant ein zweistündiges Programm, in dem sie sogar bislang geheimes Material veröffentlichen will.

Eisschnellläuferin Claudia Pechstein beim Termin vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe

Eisschnellläuferin Claudia Pechstein beim Termin vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe

Foto: Uli Deck / dpa

Claudia Pechstein ist zäh, dass weiß inzwischen selbst jeder, der sich nicht besonders für das Eisschnelllaufen interessiert. Sportlich setzt sie auch mit 44 Jahren noch Maßstäbe. Unermüdlich aber kämpft sie ebenso vor Gerichten, um irgendwann die erhoffte Rehabilitierung zu erreichen nach einer zweijährigen Sperre, die sie zwischen 2009 und 2011 hatte verbüßen müssen. Wegen Dopings hieß es, ohne das dies bewiesen werden konnte. Alle medizinischen Gutachten, die ihr eine vererbte Blutanomalie bescheinigten, genügten dabei nicht.

Dieser juristische Marathon zieht sich schon sieben Jahre lang hin, das ist teuer. So teuer, dass Pechsteins Reserven aufgebraucht sind und schon Spenden benötigt wurden. Doch auch nach dem für sie negativen Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) vor einem Monat, das ihr eine Verhandlung in der Sache vor einem deutschen Gericht verwehrt und den Fall bei der Sportgerichtsbarkeit angesiedelt sieht, will sie nicht aufgeben.

Ankündigung auf Facebook

Via Facebook kündigte Pechstein an, ab Oktober eine Vortragsreihe zu starten, um so Einnahmen für den weiteren juristischen Kampf zu generieren. In einem zweistündigen Programm, in dem sie selbst sowie Lebensgefährte Matthias Große und Manager Ralf Grengel reden, soll auch bislang geheimes Material zu ihrem Fall enthüllt werden. „Hierzu gehören z.B. Tatsachen, die den heutigen IOC-Präsidenten Thomas Bach betreffen“, heißt es in der Mitteilung.

Mit den Vorträgen will Pechstein ihre Verbindlichkeiten decken und weitere Prozessschritte finanzieren. Angekündigt war eine Verfahrensrüge beim BGH sowie eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht. Dieser Schritt ist der letzte, der in Deutschland juristisch möglich ist.