Tennis

Die Frau, die Lisicki in Wimbledon besiegte, „siecht dahin“

Marion Bartoli schlug die Berlinerin vor drei Jahren im Finale. Die Französin hat nun 20 Kilo abgenommen. Der Grund ist mysteriös.

Marion Bartoli heute (l.) und vor drei Jahren

Marion Bartoli heute (l.) und vor drei Jahren

Foto: Twitter/Daily Mail / BM

London.  „Zusammen sehen wir gut aus“ twitterte Serena Williams am Sonnabend an der Seite von Marion Bartoli. Es ist eine Botschaft, die Mut machen soll von Wimbledon-Siegerin zu Wimbledon-Siegerin. Quasi. Serena Williams geht es auch gut.

Die Amerikanerin hat im All England Tennis Club ihren 22. Grand Slam Titel geholt und damit den Rekord von Steffi Graf eingestellt. Sie hat mit einem extrem starken Serve-and-Volley-Spiel eine sehr starke Angelique Kerber in die Schranken gewiesen und ist auch mit 34 Jahren uneingeschränkte Tennis-Königin.

Marion Bartoli geht es nicht gut. Auch die Französin besiegte eine Deutsche im Wimbledon-Finale. 2013 gewann sie gegen die Berlinerin Sabine Lisicki 6:1 und 6:4. Doch nur 39 Tage nach ihrem Wimbledon-Sieg trat sie zurück.

„Ich hatte im Tennis die Chance, meine größten Träume zu verwirklichen“, sagte sie damals, „aber mein Körper macht nicht mit.“ Damals war sie für 1,70 Meter Größe mit einem Gewicht von 81 Kilogramm recht pummelig. Davon ist heute nichts mehr zu sehen.

„Ich fürchte um mein Leben“

Marion Bartoli saß 2016 beim Frauen-Finale in Wimbledon auf der Tribüne und ließ die Betrachter erschrecken. Extrem abgemagert war sie, das Gesicht ausgezehrt und fleckig, die Oberarme dünn, der Blick leer.

„Ich fürchte um mein Leben“, sagte sie jetzt dem britischen Fernsehsender ITV. „Was ich durchmache, ist Horror.“ Was ist passiert? Nachdem bereits bei den French Open Berichte über Bulimie die Runde gemacht hatten, entschloss sich die 31-Jährige zum Schritt nach vorne.

Gegenüber ITV erklärte sie die Ursachen für ihre Krankheit. „Ein Virus ist in meinem Körper, und er versucht, ihn zu bekämpfen.“ Sie hat ihn sich auf drei Fernreisen in die USA, Indien und Australien Anfang des Jahres eingefangen, und er sorgt dafür,dass sie manches nicht verträgt:

Gurkenschalen im Essen, Leitungswasser auf der Haut, Kontakt mit elektronischen Geräten. Wenn sie ihr Handy benutzen will, muss sie Handschuhe tragen. Und: „Früher habe ich so gerne Schmuck getragen – auch das vertrage ich nicht mehr.“

Danke über Facebook für die Unterstützung

Sie darf keinen Fisch essen, weil der Körper Proteine verweigert. „Ich muss dann trinken und trinken, bis der Körper das ausspült, was er nicht aufnehmen will“, sagte Bartoli.

„Ich fürchte, eines Tages bleibt mein Herz stehen“, sagte sie und gestand, dass sie 20 Kilogramm verloren hat. Die Folge: „Mein Leben ist ein ständiger Albtraum. Ich sieche dahin und weiß nicht warum“, erklärte sie. Kein Wunder, dass sie in Wimbledon das traditionalle Doppel-Tennisturnier ehemaliger Tennis-Stars absagte.

Heute arbeitet sie als Kommentatorin für Fox Sports und auch als Designerin, sie erfährt dafür viel Zuspruch unter anderen von Richard Branson. Sie erfährt für ihre Krankheit viel Trost, hat sich auf Facebook gerade für die reichliche Unterstützung bedankt. „Diase Nachricht ist für Euch, meine liebsten Fans. Ich werde weiter kämpfen, und werde Euch über meine hoffentliche Genesung per Post informieren.“

Montag geht Marion Bartoli zur Behandlung in ein Krankenhaus.