Tennis

Pinkel-Skandal und Sitzstreik in Wimbledon

Im Achtelfinale des Doppelwettbewerbes rasteten Pablo Cuevas und Marcel Granollers aus. Es begann mit einem verweigerten WC-Besuch.

Pablo Cuevas (l.) und Marcel Granollers diskutieren heftig mit dem Oberschiedsrichter

Pablo Cuevas (l.) und Marcel Granollers diskutieren heftig mit dem Oberschiedsrichter

Foto: Julian Finney / Getty Images

London.  - Als ob das Match von Pablo Cuevas und seinem Doppelpartner Marcel Granollers gegen Jonathan Marray und Adli Shamasdin nicht schon dramatisch genug gewesen wäre: Im Achtelfinale des Doppelwettbewerbes von Wimbledon verlor die uraguayisch/spanische Kombination auf Platz 7 gegen den Briten und den Kanadier in fünf Sätzen mit 3:6, 6:4, 4:6, 6:3 und 12: 14. Aber das war es noch nicht.

Denn Cuevas und Granollers sorgten für gleich mehrere Eklats. Es begann damit, dass Schiedsrichterin Aurelie Tourte dem Uruguayer Pablo Cuevas beim Stand von 8:9 im fünften Satz eine Toilettenpause verweigerte.

Mit Balldose auf die Schiedsrichterin geworfen

Wie der «Guardian» berichtet, soll ein Zuschauer gesehen haben, wie Cuevas daraufhin unter einem Handtuch in eine Ballbüchse uriniert hat. Die Wimbledon-Organisatoren dementieren dies, obwohl Cuevas just an einer Stelle eine Verwarnung wegen unsportlichem Verhalten kassierte.

Doch es ging weiter: Als Cuevas/Granollers beim Stande von 12:13 und drei Matchbällen gegen sich wegen Ballwegschlagens ein Punkt abgezogen wurde, traten die beiden kurzerhand in einen Sitzstreik und konnten erst nach fünfminütiger heftiger Diskussion mit dem Oberschiedsrichter zum Weitermachen bewegt werden. Zehn Minuten später ging das Match verloren.

Und auch das war es noch nicht: Nach der Niederlage beleidigte der Spanier Granollers die Stuhlschiedsrichterin und warf eine Balldose nach ihr. Die Französin wurde schließlich in Begleitung des Sicherheitspersonals vom Court geführt.

Gegner kritisieren Schiedsrichterin

Ihre Gegner waren wenig amüsiert: „Ich denke, man hätte eine Extra-Toilettenpause in diesem Fünf-Satz-Match erlauben sollen. Trotzdem muss man die Offiziellen respektieren, was auch immer im Match passiert. Man kann sich streiten, aber man muss respektieren, dass sie nur ihren Job machen“, sagte der Brite Jonathan Marray.

Sein Partner Adli Shamasdin kritisierte die Schiedsrichterin: „Ich glaube nicht, dass sie das Match kontrolliert hat. Sie hatte schon vorher ein Paar Fehler auf beiden Seiten gemacht. Sie war defintitiv nervös. Ich glaube, sie hat sich nicht korrekt verhalten.“

Ihren unterlegenen Gegnern Cuevas/Granollers drohen nun möglicherweise harte Konsequenzen. Übrigens: Damen und Herren haben im Einzel das Recht auf eine Toilettenpause. Im Doppel können pro Team zwei Toilettenpausen beansprucht werden. Sofern diese beim Doppel gemeinsam genommen wird, zählt diese als eine Toilettenpause.