Köln

„Fußball verbindet die Menschen“

Kölner Erzbischof Rainer Woelki schätzt die Bedeutung des Sports in der Gesellschaft

Köln.  Auch unter kirchlichen Würdenträgern finden sich leidenschaftliche Fußballfans. Der Kölner Erzbischof Rainer Woelki ist so jemand. Im Interview spricht er über die Bedeutung von Fußball, die Erwartungen bei der EM und die Angst vor Terror.

Wer wird Ihrer Meinung nach Europameister und warum?

Rainer Maria Woelki: Es wäre natürlich einfach zu sagen: die beste Mannschaft. Aber da ich die deutsche Mannschaft für eine der besten halte, ist meine Antwort auch so klar.

Wie und wo schauen Sie die Spiele?

Zum Zuschauen komme ich auch am Fernseher kaum, aber wenn ich die Zeit hätte, wäre live natürlich unübertroffen.

Was war der größte Fußball-Moment ihres Lebens?

Das liegt schon ein wenig zurück, aber als Kölner war dies natürlich der Gewinn des DFB-Pokals und vor allem die gleichzeitige Meisterschaft des FC 1978. Gladbach war damals der Titelverteidiger, doch Köln gewann im letzten Spiel mit 5:0 gegen St. Pauli und wurde wegen des besseren Torverhältnisses Meister. Übrigens wurde Bayern damals nur Zwölfter.

Wirken sich die die Terroranschläge von Paris rund um das Länderspiel Frankreich-Deutschland im vergangenen November auf Ihre EM-Begeisterung aus?

Fußball ist eine wunderbar runde Sache: Er verbindet Gemeinschaft, Emotion, Sport, Spiel und Spannung – ideal, Menschen unterschiedlichsten Gemüts und verschiedenster Herkunft fröhlich zusammenzubringen. Kein Wunder also, dass Ideologen, die Hass und Terror verbreiten wollen, uns gerade hier angreifen wollen. Das dürfen wir nicht zulassen. Deshalb ist es richtig, dass wir wachsam auf unsere Sicherheit achten, uns dabei aber nicht die Begeisterung nehmen und die Freude verderben lassen. dpa

Kardinal Rainer Maria Woelki (59) steht als Erzbischof von Köln dem größten und reichsten katholischen Bistum in Deutschland vor. Der gebürtige Kölner war von 2011 bis 2014 Erzbischof von Berlin. Er engagiert sich stark in der Flüchtlingshilfe.