Wimbledon

Sabine Lisicki stark wie in besten Zeiten

Die Berlinerin zeigt beim Zweitrundensieg in Wimbledon perfektes Rasentennis. Auch die Bundestrainerin ist von Lisicki begeistert.

Foto: Gerry Penny / dpa

London.  An einem vollgepackten Donnerstag hatten die Turniermanager Sabine Lisicki auf einen der abgelegenen Außencourts von Wimbledon verbannt, Platz 17 liegt nur einen Steinwurf weit weg von der lärmigen Church Road. Doch eine große Bühne brauchte die Berlinerin dieses Mal nicht für einen großen Auftritt: Wie in besten Zeiten spielte Lisicki bei einem makellosen 6:4, 6:2-Zweitrundensieg gegen die an Nummer 14 gesetzte Australierin Samantha Stosur auf und bewies einmal mehr ihr besonderes Gespür für Grand-Slam-Grastennis. „Es ist immer ein unglaublich gutes Gefühl, hier zu sein. Es ist das Turnier, das ich am meisten liebe“, sagte Lisicki, die am Freitag nun entweder auf die Kasachin Jaroslawa Schwedowa oder die Russin Jelena Switolina trifft.

Mit einem Feuerwerk von fünf Assen in den letzten beiden Aufschlagspielen beendete die 26-jährige ein Match, das an sonnigere Lisicki-Jahre in Wimbledon erinnerte – nicht zuletzt an 2013, als sie auf dem Weg ins Finale auch gegen die kraftvolle Stosur gewonnen hatte, damals in der dritten Runde. „Ich bin noch längst nicht wieder da, wo ich hin möchte. Aber der Weg, die Richtung, das stimmt wieder“, sagte Lisicki, „das Selbstvertrauen kehrt Spiel für Spiel zurück.“ Auch Bundestrainerin Barbara Rittner zeigte sich beeindruckt von ihrer zuletzt kriselnden Nationalspielerin: „In Wimbledon geht sie einfach anders durch die Welt. Da lässt sie vieles zurück, was sie vorher belastet hat.“ Zwölf Asse und 31 Winner illustrierten nicht nur Lisickis Überlegenheit, sondern vor allem die eigene Stabilität an diesem für sie so besonderen Ort.

Nach Lisicki setzte sich auch Angelique Kerber durch. Sie gewann in nur 52 Minuten 6:1, 6:4 gegen Varvara Lepchenko (USA). Ebenfalls eine Runde weiter sind Anna-Lena Friedsam (6:4, 7:6 gegen die Russin Ekaterina Alexandrowa) und Annika Beck, die beim 3:6, 6:0, 12:10 gegen Lokalmatadorin Heather Watson drei Matchbälle abwehrte. Bereits beendet ist das Turnier hingegen für Andrea Petkovic. Die deutsche Nummer zwei unterlag nach einer Knöchelverletzung im ersten Satz der Russin Jelena Wesnina 5:7, 3:6.

Noch überraschender kam das Aus der spanischen French-Open-Siegerin Garbine Muguruza, die 3:6, 2:6 gegen die Außenseiterin Jana Cepelova (Slowakei) verlor. Lisicki wird es registriert haben. Im Achtelfinale wäre ein Duell mit der Vorjahresfinalisten möglich gewesen.