Olympia

Warum sich die deutschen Kanuten auf Rio freuen können

Die deutschen Kanuten verlassen zufrieden die Europameisterschaften in Moskau. Nur ein Boot macht dem Bundestrainer noch Sorgen.

Olympiasieger Sebastian Brendel kann mit der Europameisterschaft zufrieden sein

Olympiasieger Sebastian Brendel kann mit der Europameisterschaft zufrieden sein

Foto: Sergei Ilnitsky / dpa

Berlin.  Es herrschte Zufriedenheit vor der Heimreise. Sechs Medaillen, zwei davon in Gold, nahmen die Athleten des Deutschen Kanu-Verbandes (DVK) aus Moskau von den Europameisterschaften der Rennsportler mit. Ohne große Erwartungen gehabt zu haben, denn zuvor wurde hart trainiert, ohne dass dabei die kontinentalen Titelkämpfe im Blick gewesen wären.

„Das Abschneiden ist durchaus ein ermutigendes Ergebnis. Die olympischen Trümpfe haben gestochen“, sagte Verbandschef Thomas Konietzko. „Das zeigt, dass wir mit dem Olympia-Team auf einem guten Weg sind.“ Und nur darauf kommt es in dieser Saison an.

Sechs Wochen sind es noch bis zu den Spielen in Rio de Janeiro (5. bis 21. August). Besonders Canadierfahrer Sebastian Brendel stellte schon jetzt seine Ambitionen heraus. Der Olympiasieger im Einer wurde zum dritten Mal in Folge Europameister über 1000 Meter. „Das ist für mich ein tolles Ergebnis vor Rio, das mir eine Menge Selbstvertrauen gibt“, sagte der Potsdamer, der durch den Erfolg seinen insgesamt zehnten EM-Titel einfuhr.

Bundestrainer konnte nicht alle olympischen Boote an Start schicken

Die Paddler stellen seit Jahrzehnten einen der erfolgreichsten deutschen Verbände bei Olympia und wollen auch in Rio abräumen. Zwei Goldmedaillen und insgesamt sechs Plaketten wie jetzt in Moskau sind auch dann das Ziel. Die EM sollte Einschätzungen liefern, wo sich die Athleten auf dem Weg dorthin einordnen.

„Wir wollten hier bei der EM noch mal schauen und vor allem noch mal einen Wettkampf haben, um Motivation bzw. Anhaltspunkte mitzunehmen, woran wir in den kommenden Wochen noch arbeiten müssen. Auch wenn nicht alles aufgegangen ist, so fahren mit dem Abschneiden von Moskau doch alle motiviert nach Hause“, sagte Chefbundestrainer Reiner Kießler, der nicht alle für Olympia geplanten Boote an den Start schicken konnte.

Vierer startete nicht in Moskau

Schuld daran war eine kurzfristige Erkrankung von Max Rendschmidt (Essen). Für ihn stieg Einerfahrer Max Hoff in den Kajakzweier mit dem Berliner Marcus Groß – und das Duo gewann sogar den EM-Titel über 1000 Meter. „Die ersten Schläge waren zwar sehr eigenartig. Es ist schon schwierig, sich innerhalb kurzer Zeit umzustellen, aber im Finale aber ging es schon ganz gut“, sagte Groß, der froh war, auf seine Wettkampfkilometer zu kommen.

Dem Vierer fehlen diese allerdings, den ließ der DKV nach Rendschmidts Ausfall nicht in Moskau antreten. Die Überprüfung hätte das Boot, in dem auch Groß, Hoff und Tom Liebscher (Dresden) sitzen, gut gebrauchen können.

Erst ein Rennen bestritt die Crew in dieser Besetzung bisher. Beim Weltcup in Racice gelang bei der Premiere gleich ein Sieg. Bis zu den Spielen in Rio wird es das einzige Rennen bleiben, weil die EM der letzte Wettkampf vor dem Saisonhöhepunkt war.