Motorsport

Chaotische DTM: Strafen für heftige Unfälle und Pöbeleien

Audi-Pilot Matthias Ekström sorgt mit Kollisionen auf dem Norisring für mächtig Ärger. Einer der Betroffenen ist sehr sauer.

Im Zentrum der Kritik: der schwedische DTM-Rennfahrer Mattias Ekström (Abt-Audi-Sportsline)

Im Zentrum der Kritik: der schwedische DTM-Rennfahrer Mattias Ekström (Abt-Audi-Sportsline)

Foto: Daniel Karmann / dpa

Nürnberg.  Schwedisches Roulette auf dem Norisring: Mit zwei überzogenen Attacken hat sich Audi-Pilot Mattias Ekström bei der vierten DTM-Station selbst ein „Wochenende zum Vergessen“ bereitet – und die Wut der Konkurrenz zugezogen.

Der erste Sieg für Audi in Nürnberg nach 14 Jahren durch Edoardo Mortara (Italien) rückte dadurch ebenso in den Hintergrund wie der Premierenerfolg seines Schweizer Markenkollegen Nico Müller.

Ekström hatte am Sonnabend an dritter Stelle liegend in der 20. Runde den führenden Christian Vietoris (Gönnersdorf) und Meisterschafts-Spitzenreiter Robert Wickens (Kanada/beide Mercedes) geradezu abgeschossen und damit Markenkollege Mortara den Weg zum zweiten Saisonsieg geebnet.

Am Sonntag rauschte Ekström in der ersten Kurve ins Heck von Mercedes-Pilot Paul di Resta (Schottland) und schied aus.

Vietoris muss 3000 Euro Geldstrafe zahlen

„Das ist das allergrößte Arschloch, unglaublich“, schimpfte Vietoris, der seinen zweiten DTM-Sieg vor Augen hatte, über Ekström: „Erst macht er auf Sonnyboy im Fahrerlager, dann räumt er alle ab.“ Die Sportkommissare belegten Vietoris dann wegen „Beleidung eines anderen Teilnehmers in der Öffentlichkeit“ mit einer Geldstrafe von 3000 Euro.

Er akzeptiere die Strafe, nehme Ek­ströms Entschuldigung aber „nicht an, weil sie nicht ernst gemeint war“, erklärte der 27-Jährige. Für Wickens und Ek­ström war das Rennen nach dem kapitalen Crash beendet, Vietoris kam mit schweren Beschädigungen an seinem Boliden nur als Zehnter ins Ziel.

Toto Wolff fordert härtere Strafen

Mercedes-Motorsportchef Christian „Toto“ Wolff forderte gar eine Überarbeitung des DTM-Strafenkatalogs. „Man muss die Tragweite so einer verschuldeten Kollision stärker bewerten. Wenn uns am Saisonende fünf Punkte fehlen, werden wir wieder über den Norisring reden. Mir sind noch ganz andere Worte eingefallen als Vietoris. Man kann den Führenden nicht einfach abräumen.“

Ekström selbst zeigte sich nur bedingt einsichtig: „Wickens hat hart gekämpft, damit muss er leben. Bei Vietoris muss ich mich entschuldigen.“ Der für seine aggressive Fahrweise bekannte Schwede wurde von den Sportkommissaren wegen „Verursachens einer Kollision“ für das Sonntagsrennen um drei Startplätze zurückversetzt. Dadurch wurde seine Poleposition entwertet.

Die Führung vor dem fünften Rennwochenende am 16./17. Juli im niederländischen Zandvoort übernahm Ex-Meister Marco Wittmann (BMW) mit 75 Punkten. Dahinter folgen Mortara (73) und Di Resta (70). Der abgeschossene Wickens ist nur noch Sechster.