Beachvolleyball

Das traurige Ende einer Partnerschaft, die auf Sand baute

Die Berliner Kay Matysik und Jonathan Erdmann fahren nicht nach Olympia. Es ist der Tiefpunkt einer fatalen Entwicklung.

Jonathan Erdmann (l.) und Kay Matysik sind vor Rio gescheitert

Jonathan Erdmann (l.) und Kay Matysik sind vor Rio gescheitert

Foto: Bodo Marks / dpa

Berlin.  Vor vier Jahren saß Kay Matysik im Sportforum Hohenschönhausen und sagte: „Ich wünsche mir Kraft für die nächsten vier Jahre.“ Damit meinte der nun 36-jährige Beachvolleyballer die Olympia-Qualifikation für Rio mit Partner Jonathan Erdmann (28). Gereicht hat die Kraft nicht, quasi auf den letzten Metern ging dem Duo die Luft aus.

Nachdem die direkte Rio-Qualifikation über die Weltrangliste in Hamburg verpasst wurde, scheiterten die Berliner am Donnerstag überraschend im Achtelfinale des Continental Cups an der Ukraine.

Eine Platzierung unter den ersten drei Teams hätte den Traum von der zweiten Olympiateilnahme aufrechterhalten, nun ist er geplatzt, und Lars Flüggen/Markus Böckermann sind als einziges Männerteam in Rio dabei.

Zu unterschiedliche Charaktere

„Das ist der Tiefpunkt einer Entwicklung, und ich glaube, das Ende der Talfahrt ist noch nicht erreicht“, sagt Julius Brink, Olympiasieger von 2012. Trainerkoryphäe Jürgen Wagner kritisiert: „Ich finde das sehr traurig, weil wir eine gewisse Vorlage im Männerbereich hatten und sich im Verband viel in Richtung Beachvolleyball gedreht hat. Das haben wir leistungsmäßig nicht genutzt.“

Für Erdmann/Matysik ist es das traurige Ende, einen weiteren Olympiazyklus wird das ungleiche Duo nicht bestreiten. Schon vor vier Jahren stand das Duo, das seit 2009 zusammenspielt, vor der Trennung.

Zu unterschiedlich sind die Charaktere für eine harmonische Partnerschaft. Die individuellen Fähigkeiten machten sie aber dennoch zu einem erfolgreichen Team, das neben der Deutschen Meisterschaft auch WM-Bronze 2013 gewann.

Verletzungen bei Matysik

Noch im Mai zog das Duo in Fortaleza erstmals in ein Finale der World Tour ein, doch dieses Ergebnis war wohl nur ein Ausrutscher nach oben in einem Jahr voller Probleme: Sponsoren beendeten aus unterschiedlichen Gründen die Zusammenarbeit, Matysik wurde von Verletzungen geplagt und das Umfeld aus Athletik- Mental- und Balltrainer brach Stück für Stück auseinander.

„Das ist eine riesige Enttäuschung, sie unter ihren Möglichkeiten geblieben“, sagte Andreas Künkler, Vizepräsident Beachvolleyball beim Deutschen Volleyball-Verband.