Doping

Whistleblower Julia Stepanowa darf auf Start in Rio hoffen

Sie brachte die Doping-Affäre um Russlands Leichtathleten ins Rollen. Während die nun bei Olympia fehlen, darf die Kronzeugin starten.

Generalprobe für Olympia: Zuletzt ging Julia Stepanowa bei den norddeutschen Meisterschaften der Leichtathleten in Berlin außer Konkurrenz an den Start

Generalprobe für Olympia: Zuletzt ging Julia Stepanowa bei den norddeutschen Meisterschaften der Leichtathleten in Berlin außer Konkurrenz an den Start

Foto: Paul Zinken / picture alliance / dpa

Moskau.  – Julia Stepanowa könnte die Athletin mit dem ungewöhnlichsten Startrecht bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro (ab 5. August) werden. Im Zuge des gegen Russlands Leichtathleten verhängten Olympia-Banns eröffnete der Weltverband IAAF der 800-Meter-Läuferin die Möglichkeit auf Teilnahme unter neutraler Flagge.

Grund ist ihr außergewöhnlicher Beitrag im Kampf gegen Doping. Stepanowa hatte 2014 mit ihrem Mann Vitali in der ARD-Dokumentation „Geheimsache Doping“ das flächendeckende Betrugssystem in ihrem Land aufgedeckt und musste daraufhin mit ihrer Familie fliehen.

„80 Prozent sind wir traurig“

„Das ist eine gute Nachricht. Es gibt Hoffnung“, sagte Julia Stepanowa (25) zum IAAF-Angebot. Das Olympia-Aus für Russland ist für das heute in den USA lebende Ehepaar, das viele Anfeindungen erleben musste, aber kein Grund zum Feiern. „80 Prozent sind wir traurig, 20 Prozent haben wir Hoffnung“, sagte Vitali Stepanow zur Verlängerung der russischen Suspendierung.

Denn: Die Reform des Anti-Doping-Systems stockt, und die Läuterung von Athleten, Trainern und Funktionären lässt zu wünschen übrig. „Das ist der traurige Teil. Es geht in Russland weiter wie immer, statt eine wirkliche Veränderung zu wollen“, sagte Julia Stepanowa.