Premierentor

Nordiren verhageln Ukraine endgültig das Turnier

"Eine Leistung, auf die jeder einzelne Spieler stolz sein kann“: Nordirland gewinnt gegen die Ukraine mit 2.0.

Niall McGinn feiert nach dem 2:0  gegen die Ukraine

Niall McGinn feiert nach dem 2:0 gegen die Ukraine

Foto: Cj Gunther / dpa

Lyon.  Die vom Dauerregen gezeichneten Nordiren rannten wie befreit in die Kurve zu ihren Anhängern und holten sich den mächtigen Applaus für einen historischen Erfolg ab. Nach Toren von Gareth McAuley (49. Minute) und Niall McGinn (90.+6) bejubelte der Endrunden-Neuling mit dem 2:0 (0:0) gegen die Ukraine den ersten EM-Sieg seiner Fußballgeschichte, nun hat Nordirland gar gute Aussichten aufs Weiterkommen. „Ich bin sehr stolz darauf, wie meine Jungs nach dem Polen-Spiel reagiert haben. Das war ein großartiger Erfolg“, befand Trainer Michael O’Neill. Nach dieser „fantastischen Leistung“ sei sein Team nun „richtig bei der EM angekommen“. Die Nordiren ließen sich auch von einer zweiminütigen Unterbrechung wegen eines heftigen Hagelschauers nicht aufhalten. Der Regen hörte erst Mitte der zweiten Halbzeit auf.

Mit fünf neuen Spielern stärkt Trainer O`Neill die Offensive

Vor 51.043 Zuschauern im Stadion von Lyon zeigten die Nordiren eine kämpferisch starke Leistung, auch offensiv lief gegen eine enttäuschende ukrainische Mannschaft viel mehr zusammen als noch zum Auftakt gegen Polen. „Wir wollten nicht hierherkommen und es einfach wegschmeißen. Das war eine Leistung, auf die jeder einzelne Spieler stolz sein kann“, kommentierte McAuley. Die Ukrainer haben vor dem letzten Gruppenspieltag zwar auch noch theoretische Chancen auf Rang drei in der Gruppe C, doch Trainer Michail Fomenko hielt sich nach der schwachen Leistung mit Kritik nicht zurück. „Die Spieler waren heute nicht vereint genug, sie haben die Anforderungen nicht erfüllt“, kommentierte er und befand: „Wir waren nicht gut genug vorbereitet in psychologischer Hinsicht.“

Die Nordiren, Deutschlands letzter Gruppengegner am nächsten Dienstag, veränderten ihre Startelf auf insgesamt fünf Positionen. Die Personalrochaden sollten vor allem der Offensive zugute kommen. Im Auftaktspiel entwickelte der EM-Neuling, der wegen eines tödlich verunglückten Fans mit Trauerflor spielte, kaum Durchschlagskraft im Angriff. Auch diesmal starb ein nordirischer Fan. Bei dem Toten soll es sich um einen 64-Jährigen handeln, der einen Herzinfarkt während der Partie erlitten hat.

Die Osteuropäer schöpften aus ihrer starken Phase beim 0:2 gegen Deutschland Mut. Über die Außenpositionen, vor allem über die rechte Seite, suchten sie ihre Möglichkeiten, hatten aber kaum gefährliche Torszenen. Die Regengüsse in einer schwachen Partie schienen eher die kampfstarken Nordiren zu beflügeln und das Angriffsspiel ein wenig zu beleben. Unter dem grenzenlosen Jubel der nordirischen Fans traf McAuley nach einem Freistoß per Kopf und markierte das erste EM-Tor Nordirlands überhaupt. Schon im Gegenzug hatte Selesnjow die Ausgleichschance. In der Schlussphase drückten die Ukrainer auf den Ausgleich.

Ukraine - Nordirland 0:2 (0:0)

Ukraine: Pjatow - Fedezki, Chatscheridi, Rakizki, Schewtschuk - Sidortschuk (75. Garmasch), Stepanenko - Jarmolenko, Kowalenko (84. Sintschenko), Konopljanka - Selesnjow (72. Sosulja).

Nordirland: McGovern - Hughes, Cathcart, McAuley, J. Evans - C. Evans (90.+3 McNair), Davis, Norwood - Ward (67. McGinn), Dallas - Washington (84. Magennis).

Tore: 0:1 McAuley (49.), 0:2 McGinn (90.+6). - Schiedsrichter: Kralovec (Tschechien). - Zuschauer: 51.043. Gelbe Karten: Selesnjow, Sidortschuk - Ward, Dallas, J. Evans.