DFB-Team

Joachim Löw entschuldigt sich für Griff in die Hose

Wen lässt Bundestrainer Löw stürmen? Was macht Polen so stark? Wie entkommt das DFB-Team seinem Fluch? Antworten vor dem Spiel.

Löw zur 'Hosen-Affäre': 'Tut mir natürlich leid'

Löw zur 'Hosen-Affäre': 'Tut mir natürlich leid'

Paris.  Dass die Frage nach seinem kleinen Fehlgriff und den Schweißflecken unterm Arm vom Spiel gegen die Ukraine kommen würde, hatte Joachim Löw geahnt. Und deshalb hatte der Bundestrainer auch einen kleinen Witz mitgebracht, als er zur Abschluss-Pressekonferenz vor dem zweiten Gruppenspiel am Donnerstag gegen Polen im Stade de France (21 Uhr, ZDF) erschien.

Löw sagte: „Ich werde diesmal eher ein hellgraues als ein dunkelgraues T-Shirt anziehen.“ Da sieht man die Flecken nicht so gut. Und diese andere, unangenehme Sache? „Ich habe die Bilder auch gesehen. Es war mir nicht bewusst, was ich da mache“, sagte Löw und entschuldigte sich öffentlich: „Es tut mir natürlich leid, aber man ist auch voller Adrenalin und Konzentration. Ich versuche, mich jetzt anders zu verhalten.“ Wären diese Fragen also geklärt. Aber dann gibt es da ja auch noch ein paar andere.

Löw zur 'Hosen-Affäre': 'Tut mir natürlich leid'

1. Mario G. oder Mario G.?

Allzu viele Argumente für eine Weiterbeschäftigung in der Startelf hat Mario Götze gegen die Ukraine nicht geliefert. Der 23-Jährige hatte die wenigsten Ballkontakte von allen Deutschen (44). Löw findet in seinem Sortiment zwar einen weiteren Angreifer mit dem Namen Mario G. Doch dass Mario Gomez gegen die Polen beginnt, ist unwahrscheinlich: Götze zeigte im September beim bisher letzten Spiel gegen die Polen seine seit langem beste Leistung im Nationaltrikot: Beim 3:1 traf er doppelt. „Ich habe Götze nicht so schlecht gesehen“, sagte Löw nun: „Mario hat unheimlich viel gearbeitet.“ Löw ist ein „Vertrauer“: Nie in seinen vier Turnieren änderte er die Startelf zum zweiten Spiel.

2. Kein Ticket für den Fluch?

Vielleicht lag es daran, dass Deutschland der gemeine Fluch des zweiten Turnierspiels befallen hat. Bei der EM 2008 folgte nach einem 2:0 gegen Polen ein 1:2 gegen Kroatien, 2010 bei der WM nach einem 4:0 gegen Australien ein 0:1 gegen Serbien, und in Brasilien 2014 gab es nach dem 4:0 gegen Portugal zum WM-Auftakt ein 2:2 gegen Ghana. Nur für die EM 2012 hatte der Fluch kein Ticket: Nach dem 1:0 gegen Portugal fegte Deutschland auch die Niederlande mit einem 2:1 vom Rasen. „Vielleicht waren wir uns früher manchmal zu sicher“, sagte Sami Khedira.

3. Werden die Störer gestoppt?

Einem anderen Fluch dieser EM versuchen sich die Sicherheitsbehörden entgegen zu stellen: Deutschland gegen Polen ist eines von fünf Hochrisikospielen der Vorrunde, weil deutsche und polnische Hooligans verfeindet sind. Die in Duisburg ansässige Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (Zis) unterstützt die französischen Behörden mit bis zu zwölf szenekundigen Beamten. Beim Spiel gegen die Ukraine in Lille sollen rund 300 deutsche Hooligans in der Stadt gewesen sein. Einige griffen ukrainische Fans an, andere posierten mit einer Reichskriegsflagge. Es ist zu befürchten, dass es erneut zu Ausschreitungen kommt.

4. Und der Gegner so?

Nachdem die Polen im Oktober 2014 erstmals überhaupt gegen Deutschland gewonnen haben (2:0) und am Sonntag auch ihr erstes EM-Endrundenspiel gegen Nordirland, strotzt das Team vor Selbstvertrauen: „Wir spielen nicht auf einen Punkt. Das wäre uns und unseren Fans nicht würdig“, sagte Mittelfeldmann Grzegorz Krychowiak. Auch die 33 Tore in der EM-Qualifikation lassen Polen gute Laune haben: Kein Team traf öfter. Löw ist vor allem vom schnellen Umschaltspiel beeindruckt: „Polen hat eine der stärksten Mannschaften im Konter, die ich in den letzten zwei Jahren gesehen haben.“