Beachvolleyball

Ludwig/Walkenhorst haben einen Lauf

Die Beachvolleyballerinnen gewinnen das Hamburger Finale. Matysik/Erdmann verpassen die Rio-Qualifikation. Aber da ist eine Hintertür.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Hamburg.  Laura Ludwig und Kira Walkenhorst sind in Olympia-Form. Am Sonnabend besiegten die deutschen Beachvolleyball-Nationalspielerinnen im Finale des hoch­karätig besetzten Major Turniers in Hamburg die Weltmeisterinnen Barbara Seixas und Agatha Bednarczuk aus Brasilien. 21:19, 19:21, 15:12 gewannen Ludwig/Walkenhorst und holten sich damit Gold beim ersten World-Tour-Turnier in ihrer Heimatstadt.

Zuvor hatten sie im Halbfinale des hochklassig besetzten Major-Turniers in Hamburg vor 5.000 Zuschauern im Tennisstadion Rothenbaum Kerri Walsh und April Ross 21:16, 19:21, 16:14 besiegt und zogen zum zweiten Mal in diesem Jahr in ein World-Tour-Finale ein.

Vier Mal standen die gebürtige Berlinerin Ludwig (30) und Walkenhorst (25) den US-Amerikanerinnen schon auf der World Tour gegenüber, jedes Mal siegte die dreifache Olympiasiegerin Walsh (37) mit Ross (33), die 2012 Silber bei den Olympischen Spielen in London geholt hatte.

Am Sonnabend jubelten zum ersten Mal Ludwig/Walkenhorst, die nach ihrer Titelverteidigung bei der Europameisterschaft in Biel vergangene Woche auf heimischem Boden erneut bewiesen haben, warum sie als größte Medaillenhoffnung der deutschen Beachvolleyballer für die Spiele in Rio de Janeiro gelten.

Gerade so aus den Top 15 gerutscht

Auch Markus Böckermann und Lars Flüggen können sich nun um die Planungen für Rio kümmern. Sie lösten am Freitag ihr Ticket, während die Berliner Kay Matysik und Jonathan Erdmann die direkte Qualifikation verpassten.

Durch den fünften Platz der Mexikaner Juan Virgen/Lombardo Ontiveros und ihre eigene Platzierung auf dem 17. Rang sind die beiden deutschen Nationalspieler auf den letzten Metern aus den Top 15 der Olympiarangliste gerutscht. Für Mexiko ist die Qualifikation ein historischer Moment, zum ersten Mal ist das Land im Volleyball und Beachvolleyball vertreten.

15 Plätze für Olympia werden über die Rangliste vergeben, in die die zwölf besten Ergebnisse vom Januar 2015 bis zum Stichtag am 13. Juni zählen. Einen Platz erhält die Ausrichter-Nation, einen weiteren die Weltmeister-Nation (beides Brasilien). Sieben weitere Olympia-Tickets werden über die Wettbewerbe der fünf Kontinentalverbände ausgespielt.

Starten Erdmann/Matysik beim Continental Cup?

Der für Europa findet vom 23.-26. Juni in Stavanger (Norwegen) statt. Der Sieger löst direkt das Ticket. Wird Deutschland dort Zweiter oder Dritter, gibt es eine letzte Chance beim vom Weltverband FIVB ausgerichteten Continental Final vom 5. bis 10. Juli in Sotschi, wo die letzten beiden Rio-Tickets an den Erst- und Zweitplatzierten vergeben werden.

„Es ist das erste Mal, dass der Continental Cup für den deutschen Verband so eine Bedeutung bekommt“, sagt Olympiasieger Jonas Reckermann. Pro Nation treten dort zwei Duos an, die sich gemeinsam durch das Turnier kämpfen.

Der deutsche Volleyball-Verband (DVV) steht jetzt vor der Herausforderung, neben Erdmann/Matysik ein weiteres Team zu nominieren, das den Continental Cup spielt, Böckermann/Flüggen sind als bereits qualifiziertes Team nicht startberechtigt. „Kay und Joni müssen da mit entscheiden, es muss ein Team sein, dem sie vertrauen“, findet Reckermann. Ob die beiden Berliner überhaupt gemeinsam antreten wollen, ist aber noch offen.