Beachvolleyball

Goldschmied führt deutsches Duo zum nächsten Titel

Ludwig/Walkenhorst sind wieder Beachvolleyball-Europameister. Und schuld daran ist der Trainer mit dem goldenen Händchen.

Kira Walkenhorst (l.) und Laura Ludwig setzten sich im Finale souverän durch

Kira Walkenhorst (l.) und Laura Ludwig setzten sich im Finale souverän durch

Foto: Georgios Kefalas / dpa

Biel.  Wenn zwei Erfolgsgaranten zusammenfinden, kann nur etwas Gutes herauskommen. Jürgen Wagner war bislang bei zehn Europameisterschaften dabei und hat dabei zehn Medaillen gewonnen. Zunächst steuerte der heute 59-Jährige als Trainer das Geschehen der Beachvolleyballspieler Julius Brink und Jonas Reckermann, die er 2012 zur Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in London führte.

Seit 2013 betreut der als „Goldschmied“ bezeichnete Unternehmer Laura Ludwig (30) und Kira Walkenhorst (25). Mit dem deutschen Nationalteam holte er bei der Beachvolleyball-Europameisterschaft in der Schweiz seine zehnte EM-Medaille – es war wieder eine goldene.

Im Finale besiegten Ludwig/Walkenhorst souverän die Tschechinnen Marketa Slukova und Barbora Hermannová 2:0 (21:14, 21:15) und demonstrierten eine spielerische Stärke, die in Europa so bei keinem anderen Team zu finden ist. „Ich bin sprachlos und gerade ziemlich emotional, ich weiß gar nicht so genau, warum“, sagte die gebürtige Berlinerin Ludwig.

Seit der WM kein Turnier mehr unterhalb der besten Zehn

Die Abwehrspielerin bricht mit ihrem insgesamt vierten EM-Titel ihren eigenen Rekord und den der Italienerinnen Laura Bruschini und Annemaria Solazzi sowie der Griechin Vassiliki Karadassiou, die ebenfalls dreimal gewonnen hatten. Auf europäischem Boden sind sie und Walkenhorst kaum noch zu besiegen. Sie werden immer konstanter und leisten sich kaum noch Aussetzer.

Turniere wie die Weltmeisterschaft 2015, als das Duo mit einem enttäuschenden 17. Platz nach Hause fuhr, finden nicht mehr statt. Seit der WM haben die beiden Athletinnen kein Turnier mehr unterhalb der besten Zehn abgeschlossen, dafür holten sie fünf Goldmedaillen bei internationalen Turnieren.

Das liegt auch an Wagner, dessen Bestreben es ist, Elemente aus dem Männerbereich in den Beachvolleyball der Frauen zu übertragen. Sprungkraft, Anlauf, Schlagtechnik, alles änderte der Trainer, um die Handlungshöhe und die Schlaghärte seiner Athletinnen zu verbessern.

Borger/Büthe holen Bronze

Vor der EM sagte Jürgen Wagner trotzdem: „Wir sind noch nicht in Topform.“ Seine Athletinnen haben in dieser Saison noch nicht viele Wettbewerbe bestritten. Den Leistungshöhepunkt will Wagner bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro erreichen, doch schon bei der EM war die Dominanz seiner Schützlinge nicht zu übersehen.

Nach der Niederlage am Mittwoch gegen die Griechinnen Vasiliki Arvaniti/Panagiota Karagkouni (21:12, 20:22, 10:15) fand das deutsche Nationalduo aus Hamburg immer besser ins Turnier, steigerte sich von Spiel zu Spiel und gab bis zum Ende keinen Satz mehr ab. „Ich war auch ein bisschen überrascht, dass unsere Kurve so hochgegangen ist“, sagte Wagner.

Ähnlich erfolgreich sind Karla Borger und Britta Büthe, die bei der EM Bronze gewannen. In diesem Jahr konnte das Stuttgarter Duo sechs Top-Fünf-Platzierungen vorweisen können, beim Grand Slam in Rio de Janeiro im März gewannen sie Bronze und haben nach ihrer ersten EM-Medaille im Erwachsenenbereich beste Chancen, neben Ludwig/Walkenhorst als zweites Frauenteam im August zu den Olympischen Spielen an die Copacabana zurückzukehren.

„Ein phantastischer Erfolg von unseren Beach-Frauen“

Mit jeweils einem fünften Platz präsentierten auch Chantal Laboureur/Julia Sude und Katrin Holtwick/Ilka Semmler aus Berlin die deutschen Frauen in bestechender Form. Alle vier gehören derzeit zu den besten 15 Teams der Welt.

„Ein phantastischer Erfolg von unseren Beach-Frauen“, lobte DVV-Präsident Thomas Krohne. „Sie haben die auf der World Tour gezeigten Leistungen bestätigt und noch mehr Lust auf das Major in Hamburg in der nächsten Woche gemacht.“ Das beginnt am 8. Juni.

Und: „Mein Glückwunsch geht an die Trainer und weiteren Betreuer, ohne die diese Erfolge nicht möglich wären.“ Wahre Worte.