Turnen

Turn-Nachwuchs und Kim Bui imponieren bei EM

Die deutsche Frauen-Riege schneidet bei den Europameisterschaften in Bern besser ab als erwartet. Dabei fehlten drei Stars.

Stellte alle Erwartungen auf den Kopf: Kim Bui

Stellte alle Erwartungen auf den Kopf: Kim Bui

Foto: Peter Klaunzer / dpa

Bern.  Die Nasennebenhöhlen waren zu, das Atmen fiel schwer - aber Kim Bui war glücklich. „Das war ein guter Zwischenschritt. Ich bin froh, dass ich international wieder zurück bin. So kann es weitergehen“, sagte die 27-Jährige, die mit dem vierten Platz am Stufenbarren bei der Kunstturn-EM in Bern eine vielversprechende Rückkehr auf die große Bühne feierte.

Trotz einer hartnäckigen Erkältung erreichte Bui mit ihrer Übung gute 14,533 Punkte. An die siegreiche Britin Rebecca Downie (15,500) oder die beiden Russinnen Daria Spiridonowa (15,466) und Alija Mustafina (15,100) kam sie damit jedoch nicht heran. „Mehr war einfach nicht drin“, sagte Bui.

Für die Stuttgarterin, die vor einem Jahr den zweiten Kreuzbandriss ihrer Karriere erlitten hatte, stellten die Titelkämpfe eine wichtige Etappe auf dem Weg zurück in die Weltspitze dar. Das Kräftemessen mit den Besten des Kontinents diente daher in gewisser Weise als Training unter Wettkampfbedingungen. „Es gibt immer welche auf der Welt, die besser sind und von denen man sich etwas abschauen kann“, sagte sie.

„Wir waren hier, um mit den Jungen zu lernen“

Bui stand aus deutscher Sicht auch deshalb im Mittelpunkt, weil in der Schweizer Hauptstadt die Riege des Deutschen Turner-Bundes (DTB) ohne ein etabliertes und für die Olympischen Spiele in Rio (5. bis 21. August) gesetztes Trio vertreten war.

Die deutsche Mehrkampf-Meisterin Elisabeth Seitz, die WM-Dritte Pauline Schäfer sowie Weltcup-Siegerin Sophie Scheder wurden geschont. Bui musste in die Bresche springen – und das tat sie auch.

Angeführt vom Routinier war der jungen deutschen Riege der Einzug in das Teamfinale gelungen. Dort sprang im Wettstreit der acht besten Teams zwar nur der siebte Platz heraus, Trainerin Ulla Koch wollte ihren Schützlingen aber trotz zweier Absteiger am Schwebebalken keine Vorwürfe machen.

„Wir waren hier, um mit den Jungen zu lernen“, sagte sie, „ich bin froh, dass wir uns entschieden haben, mit dieser Truppe hierher zu fahren. Die können alle Druck auf die Etablierten ausüben.“ Für den Saisonhöhepunkt in Rio wird aber wohl nur Bui eine Alternative sein.