Tennis

Österreichs neuer Held lässt Zverev in Paris keine Chance

Nach dem Aus des Hamburgers sind in der dritten Runde alle Deutschen bei den French Open ausgeschieden. Doch Zverev lässt hoffen.

Verlor in vier Sätzen gegen Dominic Thiem: Alexander Zverev

Verlor in vier Sätzen gegen Dominic Thiem: Alexander Zverev

Foto: Clive Brunskill / Getty Images

Paris.  Auch nach seiner dritten Niederlage im dritten Kumpel-Duell binnen vier Wochen erwies sich Alexander Zverev als fairer Verlierer. Herzlich umarmte der 19-Jährige mit den wilden Locken den Österreicher Dominic Thiem (22) nach dem 7:6 (7:4), 3:6, 3:6, 3:6 in der dritten Runde der French Open.

Erstmals seit 2010 geht das bedeutendste Sandplatzturnier der Welt nun ohne deutsche Beteiligung in den Einzel-Wettbewerben in die entscheidende zweite Woche. Durch sein bislang bestes Abschneiden bei einem Major aber schürte der 1,98-Meter-Schlaks Zverev die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Tristesse im deutschen Männer-Tennis.

Genau eine Woche nach seiner Niederlage gegen Thiem im Finale von Nizza behielt der Weltranglisten-41. im Tiebreak des ausgeglichenen ersten Satzes die Nerven.

Dritter Satz stand unter keinem guten Stern

In der Folge agierte Thiem, der vom ehemaligen Boris-Becker-Coach Günter Bresnik trainiert wird, dann aber konstanter und nutzte seine Breakmöglichkeiten konsequenter. Besonders der dritte Satz stand für Zverev unter keinem guten Stern: Zunächst zog sich der Davis-Cup-Spieler den Unmut der Zuschauer zu, als er seinen Aufschlag zum 1:2 abgeben musste und danach seinen Schläger wutentbrannt in den Sand donnerte.

Eine Verwarnung wegen Übertretens der Zeitspanne beim folgenden Wechsel folgte auf dem Fuße. Nur Minuten später rutschte Zverev bei einem Return unglücklich auf der Linie aus und stürzte der Länge nach hin.

„Er hat einfach besser in den wichtigen Momenten gespielt“

Da fiel kaum noch auf, dass er am Ende nur eine seiner acht Breakchancen hatte nutzen können. „Er hat einfach besser in den wichtigen Momenten gespielt“, lobte Zverev den Rivalen und Kumpel Thiem („Wir sind auf Turnieren öfter zusammen und gehen auch zusammen weg“).

Der Österreicher hat damit in dieser Saison die meisten Sandplatzpartien (23 Siege) aller Tour-Profis gewonnen, drei Turniere obendrein. Und nach dem verletzungsbedingten Ausstieg des neunmaligen Turniersiegers Rafael Nadal könnte er nun auch auf dem Pariser Sand sogar bis ins Halbfinale durchmarschieren.

Dass er mit Kumpel Zverev künftig öfter ins Rampenlicht rutschen kann, ist Thiem aber längst bewusst: „Sascha ist ein großartiger Spieler. Den Unterschied hat heute wohl das Alter gemacht.“