Doping

Deutsche Stars fordern Russlands Olympia-Ausschluss

Nach den Enthüllungen des ehemaligen Leiters des Moskauer-Dopingkontroll-Labors melden sich nun deutsche Athleten zu Wort.

Er zerreißt sich für seinen Sport und verteidigt die sauberen Athleten: Robert Harting zerriss nach der Goldmedaille in London sein Trikot

Er zerreißt sich für seinen Sport und verteidigt die sauberen Athleten: Robert Harting zerriss nach der Goldmedaille in London sein Trikot

Foto: Marius Becker / dpa

Berlin.  Der ehemalige Leiter des Moskauer Dopingkontroll-Labors, Gregori Rodtschenkow, hat Vorwürfe gegen das russische Team während der Winterspiele in Sotschi erhoben. Mindestens 15 Medaillengewinner sollen gedopt an den Start gegangen sein, die Proben seien nachts im Labor ausgetauscht worden.

Während das Internationale Olympische Komitee mit den Ermittlungen beginnt, fordern deutsche Topathleten bereits ein Startverbot in Rio. „Ich wäre dafür, dass keine russischen Sportler zu Olympia in Rio dürfen“, sagte etwa Skistar Felix Neureuther der „Bild“: „Vielleicht muss man mal so drastisch durchgreifen, damit es einen Effekt hat.“

„Die Athleten sind wieder die Blöden“

Ähnlich äußerte sich auch Ringer-Weltmeister Frank Stäbler: „Sollten sich die Anschuldigungen bewahrheiten, muss Russland ausgeschlossen werden. Russland scheint es wahrscheinlich anders nicht zu kapieren“, sagte der 26-Jährige.

Für Diskus-Olympiasieger Robert Harting sind die Leidtragenden derartiger Doping-Praktiken letztlich vor allem die sauberen Sportler: „Die Athleten sind wieder die Blöden, da sie keinen Weg des Schadenersatzes gehen können“, sagte der Berliner. Derweil äußerte Turner Marcel Ngyuen neben Kritik auch Mitgefühl: „Leider trifft ein Ausschluss eines ganzen Landes immer viele unschuldige Athleten.“