Rom/Berlin

Papa wird’s schon richten

Sabine Lisicki trennt sich von Trainer Kas und vertraut wieder dem Vater

Rom/Berlin.  Am Donnerstag verschickte Sabine Lisicki via Twitter eine fröhliche Grußbotschaft an alle Väter „da draußen“, fügte dann aber noch hinzu: „Speziell an meinen.“ Der Glückwunsch hatte einen persönlichen Hintergrund: Denn Dr. Richard Lisicki kümmert sich derzeit wieder verstärkt um die Belange seiner sportlich kriselnden Tochter. Knapp drei Jahre nach dem Einzug ins Wimbledon-Finale lautet das Motto bei den Lisickis also erst einmal: Zurück in die Zukunft, zurück zu den Zeiten, da Daddy Lisicki zuallererst für Trainingsarbeit und Wettkampfvorbereitung zuständig war. Getrennt haben sich unterdessen die Wege von Lisicki und Ex-Tourspieler Christopher Kas. Schon in der vergangenen Woche hatte Richard Lisicki seine Tochter nach Madrid begleitet, wo sie in der zweiten Turnierrunde ausschied. Nun arbeitet das Familiengespann gemeinsam in Rom. Noch ist unklar, ob Vater und Tochter wieder längerfristig im Wanderzirkus eine Allianz bilden wollen. „Für mich startet ein neues Kapitel. Dies bedeutet auch, dass ich demnächst von einem neuen Management vertreten werde und ein neuer Trainer an meiner Seite sein wird“, schrieb Lisiscki bei Facebook.

Kas, der lebensfrohe, zupackende Traunsteiner, hatte als Trainer-Neuling in der vorigen Saison seinen ersten Job bei Lisicki angetreten. Bald stellten sich auch Erfolge ein, besonders im Frühjahr 2015 auf den Hardcourts in Indian Wells und Miami. Doch die Konstanz fehlte wie auch in vorherigen Jahren. Selbst in Wimbledon konnte Lisicki nicht wie gewohnt punkten. Eine längere Verletzungspause sorgte zudem für einen weiteren Rückschlag, bis heute hat sich die 26-Jährige nach monatelanger Auszeit im Herbst nicht wieder in Spitzenregionen der Weltrangliste zurückkämpfen können, derzeit ist sie Nummer 50. Sie spielte zuletzt auch nicht mehr im Fed-Cup-Team. Ungestörtes Arbeiten war Kas auch deshalb nicht vergönnt, weil Lisickis Ex-Lebensgefährte Oliver Pocher sich stets hineindrängte in die Tennis-Reisegruppe. Anfang März trennte sich Lisicki von ihm.

Kas und Lisicki hatten 2012 bei Olympia in London im Mixed hauchdünn Bronze verpasst. Nun kämpft die Berlinerin um Olympia in Rio. Viel Zeit bleibt nicht mehr, um noch den möglichen vierten deutschen Startplatz zurückzuerobern. Bundestrainer Barbara Rittner meint: „Bei Sabine habe ich den Eindruck: Sie will es einfach mal allen zeigen. Körperlich ist sie absolut fit, dazu fokussiert aufs Tennis. Wer weiß, was da kommt. Überraschungspotenzial gibt es allemal.“