Schwimmen

Nach Rio schafft es Doris Eichhorn nur auf der Langbahn

Die Berlinerin will sich bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin für Olympia qualifizieren. Für die Langbahnen hat sie extra geübt.

Die Berlinerin Doris Eichhorn wurde auf der Kurzbahn fünfmal Deutsche Meisterin im Rückenschwimmen

Die Berlinerin Doris Eichhorn wurde auf der Kurzbahn fünfmal Deutsche Meisterin im Rückenschwimmen

Foto: Hannibal Hanschke / picture alliance / dpa

Berlin.  Doris Eichhorn kennt das Gefühl, Deutsche Meisterin zu werden. Fünf Mal in Folge holte die Berlinerin den nationalen Titel im Rückenschwimmen, aber auf der Kurzbahn. Dort qualifizierte sie sich 2013 und 2015 auch für die Europameisterschaften.

Auf der langen Bahn ist sie stets leer ausgegangen. „Auf der Kurzbahn gibt es mehr Wenden und Tauchphasen – beides Stärken von mir“, erklärt sie. „Auf der Langbahn muss man alles aus einer Wende herausholen.“

Im Trainingslager in der Türkei hat sie deshalb intensiv an ihrer Wasserlage gearbeitet. Bei den Deutschen Meisterschaften, die bis Sonntag in der Schwimmhalle an der Landsberger Allee stattfinden, peilt Eichhorn eine Medaille an. Und die Olympianorm will sie attackieren.

Training im Sportforum mit Ausnahmegenehmigung

Die 22-Jährige weiß, dass gute Leistungen auf der 25-Meter-Bahn erst dann richtig anerkannt werden, wenn sie auch auf der langen Bahn Erfolg hat. Auch für die Sportförderung und die Zugehörigkeit zum Kader sind Ergebnisse dort entscheidend.

Am Bundesstützpunkt im Sportforum Hohenschönhausen trainiert sie deshalb mit einer Ausnahmegenehmigung. Sporthilfe bekommt die Studentin nicht, alle Trainingslager muss sie selbst bezahlen. „Zum Glück unterstützt mich mein Verein, sonst hätte ich schon längst aufhören müssen.“

Eichhorn ist bei Aqua Berlin, seit sie dort als Siebenjährige das Seepferdchen ablegte. Der Verein hat sich die Nachwuchsförderung auf die Fahnen geschrieben. Dagegen starten nur wenige Aqua-Athleten bei Deutschen Meisterschaften der Aktiven.

Pro Disziplin zwei Sportler für Rio

Doris Eichhorn ist das Aushängeschild des Klubs und Vorbild für jüngere Schwimmer. Trainiert wird sie von Gerd Eßer, der einst Franziska van Almsick betreute. In ihrer Trainingsgruppe im Sportforum ist mit Lisa Graf (SG Neukölln) eine weitere Rückenspezialistin, die bei den Deutschen Meisterschaften ebenfalls aussichtsreich ins Rennen geht.

„Wir pushen uns gegenseitig und können voneinander lernen“, sagt Eichhorn. Während Graf aber die 200 Meter liegen, bevorzugt sie die nicht-olympischen 50 Meter und die 100 Meter. Um sich für die Olympischen Spiele in Rio zu qualifizieren, muss sie im Vorlauf 1:00,91 und im Finale 1:00,25 Minuten schwimmen – gut anderthalb Sekunden schneller als ihre Bestzeit (1:02,45). „Das ist möglich, ich bin gut drauf“, sagt sie.

Falls Eichhorn die Norm erfüllt, müsste sie diese Anfang Juli bei der German Open in Berlin bestätigen. Pro Disziplin kann der Deutsche Schwimm-Verband maximal zwei Sportler nach Rio entsenden. Sollte die Berlinerin dieses Ziel knapp verpassen, könnte sie stattdessen noch bei der EM Mitte des Monats in London starten.