Champions League

Warum sich Franck Ribéry mit Atléticos Coach stritt

Es war eine der heißesten Szenen in einem packenden Spiel: Franck Ribéry zofft sich am Seitenrand mit Diego Simeone. Die Details.

Atletico-Coach Diego Simeone (l.) packt Franck Ribéry am Hals

Atletico-Coach Diego Simeone (l.) packt Franck Ribéry am Hals

Foto: Cristiano #7 Ronaldo/You Tube / BM

Berlin.  – Das Halbfinal-Rückspiel zwischen Bayern München und Atlético Madrid hat dem ZDF eine Saisonbestmarke für die Fußball-Champions-League beschert. 12,2 Millionen Zuschauer sahen am Dienstag im Schnitt den 2:1-Sieg des deutschen Rekordmeisters, der Marktanteil lag bei 37,6 Prozent.

Sie sahen drei Tore, zwei verschossene Elfmeter – und in der 37. Minute eine denkwürdige Szene am Spielfeldrand: Franck Ribéry im Clinch mit Atlético-Coach Diego Simeone. Was ist passiert?

Vor der Trainerbank kommt es zu einem harten Zweikampf zwischen Atléticos Juanfran und Bayerns Robert Lewandowski inklusive Ellenbogencheck gegen Lewandowski. Lewandowski fällt, Diego Simeone fordert vehement, gegen die vermeintliche Schwalbe vorzugehen.

Ribéry wollte nur schlichten

Dies bringt Hermann Gerland auf die Palme: Bayerns Assistenztrainer stellt sich Simeone wütend in den Weg. Franck Ribéry mischt sich vom Spielfeld aus ein und stellt sich als Schlichter zwischen die beiden Streithähne. Das gefällt Simeone gar nicht: Er packt den Franzosen mit der rechten Hand am Hals.

Und was macht Ribéry? Der hebt den argentinischen Trainer hoch und wuchtet ihn dorthin zurück, wo er hingehört: innerhalb der Coaching-Zone. Die Gemüter beruhigen sich wieder.

„Ribéry kann man keinen Vorwurf machen“, sagte Schiedsrichter Torsten Kinhöfer der „Bild“-Zeitung. „Er hat ja Simeone geschützt. Die richtige Konsequenz: Simeone hätte auf die Tribüne geschickt werden müssen. Und ebenso sein Gegenspieler von Bayern. Dann wäre Ruhe gewesen. Die Aggressivität übertrug sich ja von den beiden Ersatzbänken auf die Spieler.“

ZDF verpasst Vorjahres-Rekord

Zumindest für das ZDF war der Abend ein großer Erfolg. Wenn auch wahrscheinlich – mit dem Ausscheiden des letzten deutschen Vereins – die letzte große Einschaltquote dieser Champions-League-Saison. Den Sieg der Madrilenen im ersten Duell hatten im Zweiten am Mittwoch vergangener Woche noch 11,69 Millionen (MA: 36,8 Prozent) verfolgt, in München waren nun gut 500.000 Zuschauer mehr dabei.

Allerdings verpassten die Mainzer den Vorjahres-Rekord: Damals sahen 13,46 Millionen Fans das 0:3 der Bayern im Halbfinal-Hinspiel beim FC Barcelona im öffentlich-rechtlichen Sender. Den 2:1-Sieg der Bayern samt dem Ringkampf Simeone-Ribéry hatten im Vergkleich dazu 1,2 Millionen Zuschuaer weniger verfolgt.