Apeldoorn –

Nach Kittel denkt auch Degenkolb an einen Teamwechsel

Apeldoorn.  Die Form stimmt, die Automatismen im neuen Team greifen, doch die Reifeprüfung muss Marcel Kittel (27) trotz bereits acht Saisonsiegen noch bestehen. Beim 99. Giro d’Italia kehrt der Top-Sprinter ab Freitag auf die große Radsport-Bühne zurück, und nach der Seuchensaison 2015 zählen für Kittel bei der ersten wichtigen Landesrundfahrt des Jahres nur Etappensiege.

Im Kampf um den Sprinter-Thron beim Giro steht Kittel jedoch vor allem ein Fahrer im Weg: André Greipel. Der „Gorilla“ aus Rostock blickt auf die bislang beste Saison seiner Karriere zurück - und will seinen Status als schnellster Deutscher dem wiedererstarkten Kittel auf keinen Fall kampflos überlassen. Kittel gegen Greipel – das Duell der deutschen Sprinter könnte die Italien-Rundfahrt prägen. Kittel jedenfalls ist motiviert. „Der Giro ist das erste absolute Saisonhighlight für mich. Man kann natürlich nichts erzwingen, aber es sollte schon klappen“, so der 27-Jährige.

Bei seinem früheren Team Giant-Alpcein, von dem sich Kittel nach hartnäckiger Viruserkrankung und anschließender Verstimmung wegen Nichtnominierung für die Tour de France im Vorjahr trennte, schrillen derweil die Alarmglocken. Der deutsche Hauptsponsor droht mit Ausstieg, weil mit John Degenkolb der letzte deutsche Star verloren zu gehen droht. Das US-Team Trek-Segafredo will den Klassiker-Spezialisten als Nachfolger für Kapitän Fabian Cancellara verpflichten.