Basel –

Letzter Test vor Eishockey-WM mit NHL-Star Ehrhoff

Basel.  Christian Ehrhoff hat fast 900 NHL-Spiele auf dem Buckel, doch für die Eishockey-WM in Russland bot er sich trotzdem selbst an. „Nachdem wir im Play-off gescheitert waren, habe ich dem Bundestrainer eine SMS geschrieben und gefragt, ob er mich noch braucht“, sagt der Verteidiger der Chicago Blackhawks. Bundestrainer Marco Sturm rief ihn gleich am nächsten Tag an und versprach einen Platz in seinemKader. Ehrhoff gibt bei der WM-Generalprobe am Dienstag (19.45 Uhr, Sport1) in Basel gegen die Schweiz sein Comeback im Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Der 33-Jährige war zuletzt bei der WM 2013 für Deutschland aufgelaufen. Bei den am Freitag beginnenden Titelkämpfen ist Ehrhoff ein weiteres Puzzleteil für den erhofften Viertelfinal-Einzug, obwohl er zuletzt in Chicago keine Eiszeit bekam.

„Das ist kein großes Problem, ich habe nur drei Wochen nicht gespielt, und die anderen Jungs werden es mir leicht machen“, sagt Ehrhoff, der einst der bestbezahlte deutsche Profi in der NHL war. Sturm findet: „Es ist schon mal gut, dass er in der Schweiz dabei ist, da kann er noch mal ein Spiel machen.“

Von der Generalprobe in Basel erhofft sich Sturm wichtige Erkenntnisse für seine WM-Premiere als Coach. „Die Schweiz ist für uns ein sehr, sehr guter Test, weil die komplette Mannschaft zum ersten Mal zusammen ist“, sagte der 37-Jährige. Verteidiger Korbinian Holzer wird als vierter NHL-Profi aber erst im WM-Land zum Team stoßen.

Am Mittwoch reist die Auswahl in ihren Spielort St. Petersburg. Die WM, die zudem in Moskau ausgetragen wird, beginnt am Freitag. Am zweiten Turniertag steht der erste deutsche Auftritt gegen Frankreich an. Für Ehrhoff ist die WM auch persönlich wichtig. „Ich habe jetzt die Möglichkeit, mich auf internationaler Bühne zu präsentieren“, sagt er. Sein Ziel ist die Rückkehr in die NHL, aber die Erfahrungen der vergangenen Monate will er nicht noch einmal machen. „Noch mal irgendwo der siebte Verteidiger sein, darauf habe ich keine Lust“, sagt der frühere Stanley-Cup-Finalist: „Dann spiele ich lieber irgendwo in Europa.“