Madrid –

Der neue Ribéry heißt Griezmann und spielt in Madrid

Franzose erlebt bei Atlético die beste Saison seiner Karriere

Madrid.  In seinem Heimatland Frankreich wird er als Nachfolger von Franck Ribéry gefeiert, für die Fans von Atlético Madrid ist er so etwas wie ein Halbgott: Antoine Griezmann erlebt die beste Saison seiner Karriere. Am Dienstag will der schmächtige Flügelflitzer im Rückspiel des Champions-League-Halbfinals (20.45 Uhr, ZDF und Sky) Ribéry und den FC Bayern München ärgern und mit Atlético ins Endspiel der Champions League einziehen. „Die Aussicht aufs Finale beflügelt uns“, sagte er am Wochenende nach seinem Tor zum 1:0-Sieg in der Primera División über Rayo Vallecano – und grinste dabei schelmisch.

Nicht nur Fans und Madrider Medien, sondern auch die Teamkollegen sind von Griezmann (25) begeistert. „Als er vor knapp zwei Jahren aus San Sebastián zu uns kam, war er schon ein guter Spieler, aber fast noch ein Kind. Heute ist er ein Mann und einer der besten Fußballer der Welt“, meint Außenverteidiger Juanfran. Trainer Diego Simeone lobt: „Antoine ist in allen Bereichen besser geworden, körperlich, taktisch, in der Aggressivität.“

Wie wichtig der Mann mit der exquisiten Technik und dem sowohl physisch als auch gedanklich schnellen Spiel für den Madrider Arbeiterklub ist, bewies er zuletzt in der spanischen Liga gegen Rayo. Nach seiner Einwechslung benötigte er nur 42 Sekunden, um mit seiner ersten Ballberührung das Siegtor im Vicente Calderón zu erzielen. Generalprobe abgehakt, der Blick richtet sich nach vorne: „Dienstag wird es ein tolles Spiel geben“, kündigte der Franzose an.

Mit bisher 30 Saisontoren in 49 Spielen – und oft den entscheidenden – sorgt Griezmann dafür, dass Atlético in der Liga mit Titelverteidiger FC Barcelona zwei Runden vor Schluss Kopf an Kopf liegt und in der Königsklasse vom dritten Finale nach 1974 und 2014 träumt. Medien tauften ihn „Blitz“ und „Magier“. Dabei lehnten ihn einst die Talentakademien französischer Topklubs als „zu klein und zu zierlich“ ab. Ein Talentspäher aus San Sebastián sah ihn kurze Zeit später durch Zufall bei einem Jugendturnier in Paris, und so zog er schon mit 13 Jahren ins spanische Baskenland. 2011 wollte Pep Guardiola ihn nach Barcelona holen. Die Klubführung entschied sich aber für ein anderes Talent. 2014 musste Atlético schon 30 Millionen Euro an San Sebastián für Griezmann überweisen. Kein Kleingeld, dennoch ein tolles Geschäft. Die britische „The Sun“ berichtet, Manchester United wolle rund 83 Millionen Euro für den Franzosen bieten.