Vorrundenfinale

Sogar bei Sieg kann Alba auf Rang sieben abrutschen

Turbulenter letzter Spieltag in der Basketball-Bundesliga. Alba muss Sonntag gegen Gießen gewinnen, um vorm Play-off neuen Mut zu schöpfen.

Kresimir Loncar erlebt bei Alba nicht die beste Saison, so weit unten landeten die Berliner schon lange nicht mehr

Kresimir Loncar erlebt bei Alba nicht die beste Saison, so weit unten landeten die Berliner schon lange nicht mehr

Foto: Sport Moments/Gora / picture alliance / Sport Moments

Vor dem letzten Spieltag der Hauptrunde gibt es nur eine verlässliche Größe in der Basketball-Bundesliga (BBL): Die Baskets aus Bamberg, die am Freitag mit einem 80:64 gegen Alba abermals ihre Ausnahmestellung bewiesen, sind mit nur drei Niederlagen in 33 Spielen die unumstrittene Nummer eins. Sechs weitere Teams haben sich für das am kommenden Wochenende beginnende Play-off qualifiziert, Alba als derzeit Sechster; nur noch ein Platz ist zu vergeben. Auf den hoffen ausgerechnet die Gießen 46ers, jener Klub, der an diesem Sonntag (17 Uhr) beim Team von Sasa Obradovic in der Mercedes-Benz Arena zu Gast ist.

Mit der Chance auf das Play-0ff werden die Gießener „sicherlich mit dem Messer zwischen den Zähnen“ zu Werke gehen, wie es Marco Baldi etwas martialisch ausdrückt. „Aber das ist genau, was wir brauchen“, sagt Albas Geschäftsführer. „Wir brauchen echten Wettbewerb und ein gutes Spiel, bevor wir ins Play-off gehen.“

Gießen hatte sich am Freitag mit einem 74:66 über die BG Göttingen in Schlagweite zum Achten Würzburg gebracht, das knapp mit 89:93 gegen Bayern München verlor. Damit sich die Gießener Träume erfüllen, müsste zu einem Sieg in Berlin allerdings eine Würzburger Niederlage bei der BG Göttingen hinzu kommen, die gegen den Abstieg kämpft. Alba könnte dann auf Platz sieben abrutschen.

„Selbst wenn wir gewinnen, können wir noch Siebter werden“, sagt Baldi. Die Erklärung lautet so: Wenn Ludwigsburgs (5.) daheim gegen Ulm (7.) verliert, gäbe es drei Klubs mit 22:12 Siegen. Der direkte Vergleich dieser drei Mannschaften gäbe dann den Ausschlag bei der Platzierung. Und da hätte Alba (1:3) das Nachsehen gegen Ludwigsburg (3:1) und Ulm (2:2). Der zweite Absteiger neben Crailsheim steht ebenfalls noch nicht fest. Neben Göttingen ist der MBC gefährdet. Mit einem „Wirklich schlau werden wir erst Sonntag so gegen 19 Uhr sein“, beendet Baldi den Ausflug ins Reich der Spekulation. „Für uns geht es darum, eine Atmosphäre zu schaffen, mit der wir ins Play-off gehen können.“

Trotz der Niederlage sah Baldi in Bamberg „ein paar Schrittchen in die richtige Richtung“. Verständlich, denn Alba hatte beim Liga-Primus zur Halbzeit noch mit 35:34 geführt. Tagsüber hatte Baldi zusammen mit Bambergs Geschäftsführer Rolf Beyer noch einer Präsentation der Euroleague in London beigewohnt. Interessant sei es schon gewesen, im Streit mit dem Weltverband, der die Champions League ausgerufen hatte, gebe es aber nichts Neues. „Das Verhandlungsmandat liegt weiter einzig bei der BBL“, erklärt Baldi, „und ich denke, das ist auch smart.“