Deutsche Reiter im Pech

Nach Isabell Werth verliert nun Ingrid Klimke ihr Top-Pferd

Die deutschen Reiter beklagen vor den Olympischen Spielen in Rio immer mehr Pferde-Ausfälle. Jetzt fehlt Ingrid Klimkes Paradepferd.

Dynamisch: Ingrid Klimke mit Escada 2015 bei der Vier-Sterne-Prüfung in Luhmühlen

Dynamisch: Ingrid Klimke mit Escada 2015 bei der Vier-Sterne-Prüfung in Luhmühlen

Foto: Selim Sudheimer / picture alliance / INSIDE-PICTUR

Warendorf.  – Erst traf es Isabell Werth, jetzt Ingrid Klimke: Das deutsche Reitteam ist vor den Olympischen Spielen in Rio (5. bis 21. August) vom Pech verfolgt. Nachdem zu Beginn der Woche beide Spitzenpferde von Dressur-Queen Werth für den Jahreshöhepunkt ausgefallen waren, gab Vielseitigkeitsreiterin Ingrid Klimke das Aus ihres Top-Pferdes bekannt.

„Wir, Pferdebesitzerin Madeleine Winter Schulze und das gesamte Team, sind sehr traurig, dass Escada nun länger pausieren muss“, sagte die Team-Olympiasiegerin von Hongkong 2008 und London 2012. Bei Klimkes Paradepferd wurde eine Bandverletzung festgestellt, die zwölf Jahre alte Hannoveraner Stute kann in Rio definitiv nicht starten.

Klimke sattelte schnell um. Die 48-Jährige will am Zuckerhut nun Zweitpferd Hale Bob reiten. Mit dem Oldenburger Wallach gewann sie 2014 die Vier-Sterne-Prüfung von Pau, wurde beim Klassiker in Badminton Zweite und holte mit der deutschen Equipe bei der EM 2015 in Blair Castle/Schottland den Titel.

Nach Ausfall Vorbereitungsplan geändert

„Ich glaube nicht, dass das eine große Schwächung für Ingrid ist. Hale Bob hat in der Vergangenheit schon oft bewiesen, zu welchen tollen Leistungen das Pferd fähig ist“, sagte Bundestrainer Hans Melzer. Zwar hätte Escada auf dem guten Geläuf in Brasilien leichte Vorteile gehabt, doch Hale Bob sei nicht nur ein Kandidat für tiefe und schwierige Böden. „Das Pferd ist sehr vielseitig“, so Melzer.

Klimke hat wegen des Ausfalls von Escada kurzfristig ihren Vorbereitungsplan geändert. Ursprünglich wollte die Tochter des sechsmaligen Reit-Olympiasiegers Reiner Klimke mit Hale Bob am kommenden Wochenende in Badminton starten. Der Termin fällt nun weg, weil „Bobby“ geschont werden soll.

Mit Andreas Ostholz (Warendorf) mit So is et, Andreas Dibowski (Döhle) mit Butts Avedon, Michael Jung (Horb) mit Sam und Bettina Hoy (Rheine) mit Designer ist die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) bei der Vier-Sterne-Prüfung in England dennoch gut vertreten.

Hoher Favorit in Rio

Mit zwei Trainingslagern will sich das in Rio hochfavorisierte deutsche Buschreiter-Team auf den möglichen Gold-Hattrick vorbereiten. Zunächst trifft sich die Mannschaft Anfang Juni in Luhmühlen vor der Vier-Sterne-Prüfung und der DM. Vor dem Abflug nach Brasilien kommt es dann in Bonn zu einem zweiten Trainingscamp, ehe die Pferde von Lüttich aus nach Rio geflogen werden.

Bereits am Dienstag war bekannt geworden, dass die fünfmalige Dressur-Olympiasiegerin Werth (Rheinberg) in Rio verletzungsbedingt auf ihre Top-Pferde Bella Rose und Don Johnson verzichten muss. Werth will trotzdem dabei sein und greift mit dem zehnjährigen Hengst Emilio oder mit der gleichaltrigen Stute Weihegold nach dem Olympia-Ticket.