Eintracht Frankfurt

Fans klagen vor Gericht gegen Sperrzone in Darmstadt

Trotz Aufenthaltsverbots: Die Polizei rechnet vor dem Spiel zwischen den Veilchen und Frankfurt mit 3000 Eintracht-Anhängern.

Bei Eintracht-Fans ist eine Anti-Stimmung gegen den benachbarten SV Darmstadt verbreitet

Bei Eintracht-Fans ist eine Anti-Stimmung gegen den benachbarten SV Darmstadt verbreitet

Foto: Arne Dedert / dpa

Darmstadt.  Das 36-stündige Aufenthaltsverbot für Fußball-Anhänger von Eintracht Frankfurt in Darmstadt ist für Fananwalt René Lau „hochgradig rechtswidrig und völlig unpraktikabel“. Lau, Mitglied des europäischen Fananwälte-Netzwerks und der AG Fananwälte in Deutschland, sagte: „Die Verfügung ist nicht bestimmt genug: An wen richtet sich das?“ Außerdem werde der Fan in seinen Grundrechten eingeschränkt.

Waltraut Verleih kündigte als Anwältin des 40.000 Mitglieder starken Fanclub-Verbandes von Eintracht Frankfurt an, die Verfügung vor dem Verwaltungsgericht Darmstadt anzufechten. „Das ist ein Grundrechtseingriff. Die Verfügung ist unverhältnismäßig“

Verbot gilt von Freitag, 19 Uhr, bis Sonntag, 7 Uhr

Am Dienstag hatte die Stadt Darmstadt mit der Polizei neben dem Stadion am Böllenfalltor auch die Innenstadt für die Gäste-Fans zur Sperrzone erklärt. Das Verbot gilt von Freitag, 19 Uhr, bis Sonntag, 7 Uhr. Die Maßnahme stützt sich auf das hessische Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung.

Nach den massiven Ausschreitungen im Hinspiel am 6. Dezember 2015 vor allen von Seiten von Eintracht-Fans, hatte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) einen Ausschluss von Eintracht-Fans für diese Begegnung verfügt.

Nach der obligatorischen Sicherheitsbesprechung im Darmstadter Stadion kritisierte Axel Hellmann, Vorstandsmitglied der Eintracht, das Vorgehen der Stadt Darmstadt sowie der Polizei.

"Richtet sich gegen bloße Gesinnung"

„Diese Maßnahme ist im Kern nicht geeignet, eine Unterscheidung zwischen gewaltbereiten und allen anderen Fans von Eintracht Frankfurt zu treffen. Sie richtet sich damit in unverhältnismäßiger Art und Weise gegen die bloße Gesinnung, mit Eintracht Frankfurt zu sympathisieren. Dies kann nach unserer Auffassung nicht Gegenstand staatlichen Handelns sein.“

Die Polizei in Darmstadt rechnet trotz der Verbotsverfügung am Spieltag mit bis zu 3000 Eintracht-­Anhängern in Darmstadt.