Berlin –

Volleys überzeugen mit der Kraft des Teamgeistes

Konstanz und Paul Carroll als Sieggaranten gegen den Meister

Berlin.  Es war schon ungewöhnlich, wie souverän die BR Volleys im ersten Spiel der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft gegen den VfB Friedrichshafen beim 3:1 (25:21, 25:23, 23:25, 25:19) auftraten. Hauptgründe waren eine konstante Mannschaftsleistung sowie die sehr geringe Fehlerquote.

Felix Fischer, Robert Kromm, Nicolas Le Goff, Paul Lotman und Paul Carroll leisteten sich im Angriff hochkonzentriert jeder nur einen direkten Fehler, erzielten aber zusammen 51 Punkte. „Das ist ein gutes Level“, lobte Volleys-Trainer Roberto Serniotti. „Gegen Friedrichshafen kannst du nur gewinnen, wenn du keine Schwachstelle im Team hast“, ergänzte Geschäftsführer Kaweh Niroomand. „Wir haben gewonnen, weil alle durchgängig gut gespielt haben.“

Hohe Spielanteile für die Stammkräfte zahlen sich aus

Das Auf und Ab, das in der ersten Saisonhälfte das Spiel der Berliner charakterisiert hatte, scheint überwunden zu sein. Die Stammkräfte sehen einen Grund dafür darin, dass sie so viel spielen. Serniotti hatte von Beginn an betont, dass er nicht viel davon halte, andauernd zu rotieren, auch, wenn dann nicht jeder viele Spielanteile bekommt. „Die Mannschaft muss sich einspielen“, predigte er Woche für Woche.

Neben Paul Lotman ist auch Paul Carroll der Meinung, dass ihn Serniottis Devise in dieser Saison vorangebracht hat. Inklusive Block und Aufschlag punktete der Australier am Sonntag 22 Mal und wurde von VfB-Trainer Stelian Moculsecu zum wertvollsten Spieler der Partie gekürt. Laut Niroomand spielt der 2,06 Meter große Diagonalangreifer derzeit seine „beste Saison in Berlin“.

Welche Bedeutung Carroll für den sechsmaligen Meister in den fünf Jahren seiner Vereinszugehörigkeit inzwischen erlangt hat, war im Vorjahr deutlich geworden. Nach drei Spielen war er in der Finalserie – ebenfalls gegen Friedrichshafen – beim Stand von 2:1 Siegen für Berlin wegen einer Meniskusverletzung ausgefallen.

Auf Krücken hatte Carroll mit ansehen müssen, wie seine Team die Meisterschaft verspielte. „Es war schwer, da nur zuzusehen“, erinnert er sich. Umso motivierter geht er nun die Neuauflage an, die am Donnerstag am Bodensee ihre Fortsetzung findet (20 Uhr, sportdeutschland.tv). „Uns zeichnet in diesem Jahr aus, dass wir auch in kritischen Situationen zusammen stehen“, glaubt Paul Carroll.