Rio de Janeiro –

Das Feuer brennt, aber in Rio geht noch vieles schief

Bahnradfahrer ohne Piste, beim Turnen fällt der Strom aus

Rio de Janeiro. IOC-Präsident Thomas Bach war dabei, als das olympische Feuer in Olympia feierlich entzündet wurde. Nun wird die Fackel Tausende von Kilometern nach Brasilien getragen, wo am 5. August die Olympischen Spiele beginnen. Gleichzeitig wurden die Turner in Rio de Janeiro im Olympia-Praxistest mit argen Organisationsmängeln konfrontiert. Obwohl Oberbürgermeister Eduardo Paes Durchhalteparolen verbreitet, kämpfen die Organisatoren vor allem mit Stromausfällen. Die legten nicht nur das Wertungssystem lahm, sondern auch die Laptops von Kampfrichtern und Berichterstattern.

Der internationale Turnverband FIG stimmte in den Chor der Rio-Kritiker ein. „Ich kann bestätigen, dass es noch großen Optimierungsbedarf gibt. Insofern sind alle froh, dass es dieses Test Event gegeben hat. Man hat die Schwächen noch einmal offenkundig gesehen, und die gilt es jetzt abzustellen“, sagte Wolfgang Willam, Mitglied des FIG-Exekutivkomitees. Damit zielt der Sportdirektor des Deutschen Turner-Bundes nicht einmal vordergründig auf die fragliche Fertigstellung der U-Bahn von der Copacabana und Ipanema ins Olympia-Viertel Barra.

Ohne das zwei Milliarden Euro teure Projekt droht der Verkehr in der zwölf Millionen Einwohner großen Metropole während der Spiele zu kollabieren. Ähnliche Erfahrungen hatten andere Verbände gemacht. Die Schwimmer klagten über Wassertemperaturen von 32 Grad. In der Guanabara-Bucht, der Austragungsstätte für Segelwettbewerbe, gibt es ebenso ernsthafte Probleme mit der Wasserqualität wie bei denen der Ruderer und Kanuten. Verzögerungen und Probleme auch bei den Reitern und beim Tennis. Die Bahnradfahrer mussten ihren Test absagen, weil die Holz-Piste noch gar nicht verlegt war.