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Hegeler schießt aus sieben Metern leider genau auf den Mann

Hertha zeigt im Pokal-Halbfinale eine schwache Leistung. Die Einzelkritik

Rune Jarstein: Konnte einem leidtun. Der Norweger hielt alles, was es zu halten gab – von Ramos‘ und Mkhitaryans‘ Versuchen aus Kurzdistanz (68., 69. Minute) bis zu Reus‘ Geschoss aus Reihe zwei (43.). Ihn traf keine Schuld, bei Castros Führungstreffer war er chancenlos. 2

Mitchell Weiser: Benötigte nach einem Spiel Sperre reichlich Anlaufzeit. Rettete vor dem 0:1 zwar vor dem einschussbereiten Reus, bugsierte den Ball dabei aber unfreiwillig vor die Füße von Castro. Bereitete kurz vor der Pause dann immerhin den ersten Berliner Torschuss für Hegeler vor. Setzte später auch noch Kalou in Szene (74.). 4

Niklas Stark: Machte seine Sache über weite Strecken ordentlich, doch auch er musste dem Dortmunder Dauerdruck irgendwann nachgeben. War vor dem 0:2 nicht flink genug, um Torschütze Reus auf den Fersen zu bleiben. Gab dem Nationalspieler vor dem dritten Gegentor nur Geleitschutz. 4

John Brooks: Gab das ruhende Auge, während um ihn herum der schwarz-gelbe Angriffstornado tobte. Stand meist richtig, gewann gefühlt jedes Kopfballduell. Verlor dann aber die Bodenhaftung – rutschte aus und verlor den Ball gegen Ramos, leitete so das 0:2 ein. 3

Marvin Plattenhardt: Wirkungslose Standards, wenig Betrieb nach vorne. War stattdessen damit ausgelastet, Kagawa und Mkhitaryan hinterherzuhecheln. Verlor den Armenier beim 0:3 gänzlich aus den Augen. 4

Fabian Lustenberger: Wo war die Schweizer Gründlichkeit? Grätschte was das Zeug hielt und stellte unermüdliche seine Beine in den Weg. Mehr als Fußballverhindern brachte der Mannschaftskapitän allerdings nicht zustande. 3

Per Skjelbred: Verdiente sich das obligatorische Fleißbienchen, gab gewissermaßen die norwegische Version seines Nebenmannes Lustenberger. Auf Impulse nach vorne wartete man jedoch vergeblich. Konnte dem pfeilschnellen Vorbereiter Kagawa vor dem 0:2 nicht folgen. 3

Salomon Kalou: Lauerte auf seine Chance, egal ob rechts, links oder im Zentrum. Hatte in Durchgang zwei die beste Berliner Chance, setzte seinen Kopfball aus zentraler Position aber am rechten Pfosten vorbei. 4

Jens Hegeler: Gab als Darida-Ersatz keine glückliche Figur ab. Ob das Spiel an ihm oder er am Spiel vorbeilief, war Betrachtungssache. War selten am Ball und brachte noch seltener Bälle zu seinen Mitspielern. Schenkte Hertha mit seinem Torschuss kurz vor der Halbzeitpause aus rund sieben Metern den Hauch eines Hoffnungsschimmers. Machte nach einer Stunde Platz für Alexander Baumjohann, der dann auch keine Akzente setzen konnte. 4

Genki Haraguchi: Warf sich aufopferungsvoll in jeden Zweikampf, blieb aber meist nur zweiter Sieger. Ein wenig mehr Mut zur Spontanität hätte dem Japaner gut getan. Nach 65 Minuten war für ihn Schluss, dann kam Julian Schieber. Der brachte zwar eine ordentliche Portion Energie mit aufs Feld, blieb ansonsten aber wirkungslos. 4

Vedad Ibisevic: Hing fast über die gesamten 90 Minuten in der Luft, hatte als alleinige Spitze einen enorm schweren Stand. Rieb sich nach der Pause auf, haderte, gestikulierte, trieb an – versuchte, die letzten Energien zu mobilisieren. Vergeblich. 3