Lawinenunglück

Der tragische Tod der Schweizer Snowboarderin Estelle Balet

Mit der zweimaligen Freeride-Weltmeisterin starb ein aufstrebender Star der Szene. Kurz vor ihrem Tod gab sie noch ein Interview.

Snowboarderin Estelle Balet aus der Schweiz feierte noch am 2. April bei der „Freeride World Tour“ in Verbier ihren zweiten Titel in Folge

Snowboarderin Estelle Balet aus der Schweiz feierte noch am 2. April bei der „Freeride World Tour“ in Verbier ihren zweiten Titel in Folge

Foto: Anthony Anex / dpa

Berlin.  Estellle Balet liebte das Leben – und das Leben liebte sie zurück. Glaubt man zumindest den Bildern auf dem Instagram-Account der Schweizer Snowboarderin: Schneeweiße Berge, blauer Himmel und dazwischen das Lächeln der 21-Jährigen, allein oder in der Gruppe, in Action oder in einer Ruhephase.

Jene Berge haben der 21-Jährigen jetzt ihr Leben gekostet. Estelle Balet ist bei einem Lawinenunglück in den Schweizer Alpen ums Leben gekommen. Bei Dreharbeiten für einen Film ist die junge Athletin von einer Lawine erfasst und gut einen Kilometer mitgerissen worden.

Die anwesenden Retter konnten sie zwar noch bergen, aber nicht mehr reanimieren. Trotz Lawinensuchgeräts, Airbags und eines Helms starb die Schweizerin an den Folgen ihres Sturzes, die Verletzungen seien zu stark gewesen, sagten die Retter.

Walliser Sportlerin des Jahres 2015

Das Unglück geschah bei Portalet oberhalb der Orsieres in den Schweizer Alpen. Kurz vor acht Uhr erreichte der Notruf die Walliser Alarmzentrale. Ersten Ermittlungen zufolge wurde der Hang zuvor von einer anderen Person befahren, ehe Balet startete. Danach soll sich eine Lawine gelöst und die Sportlerin in die mit Felsen durchsetzten Steilhänge hinuntergerissen haben.

Balet gewann 2015 als jüngste Athletin die Freeride World Tour und konnte den Titel in diesem Jahr verteidigen. Den letzten erst vor drei Wochen. Die erst im Dezember 2015 gekürte Walliser Sportlerin des Jahres war aufstrebender Star der Szene und einer der wenigen Profis.

Während der World Tour messen sich die Athleten auf Ski und Snowboard zwischen Januar und März in fünf Wettkämpfen. Ziel ist es dabei, möglich schwere Passagen bravourös mit einer sauberen Abfahrt und diversen Sprüngen zu meistern.

Anfang April hatte die junge Schweizerin mit Blick auf die Gefahren ihrer Sportart noch ein Interview gegeben. Mit dem Thema Tod habe sie sich noch nicht beschäftigt. Es könne „jederzeit ein Unfall passieren“, sagte Balet. Dass dieser allerdings so schnell passieren würde, konnte niemand ahnen.