München –

Der Müller macht’s

Der Torjäger führt Bayern ins Cup-Finale. Und Hertha kann mit Europa planen

München. Der nächste Triple-Schritt des FC Bayern, inklusive einer Flugeinlage von Arturo Vidal. Der Krieger? War gestern ein Flieger. Die Münchner stehen im DFB-Pokalendspiel am 21. Mai im Berliner Olympiastadion und möchten in ihrem 21. Cup-Finale zum 18. Mal die goldene Trophäe gewinnen. Gestern Abend setzten sie sich dank der beiden Treffer von Thomas Müller (30./71.) wenig überraschend in der eigenen Arena mit 2:0 gegen Werder Bremen durch. Den Gegner spielen heute Hertha BSC und Borussia Dortmund aus.

Im Idealfall soll das Berliner Finale nur das Vorspiel für den ganz großen Coup eine Woche später in Mailand sein, wenn es dann um den Champions-League-Pott geht. Die letzte Hürde in den kommenden zwei Wochen ist Halbfinal-Gegner Atlético Madrid (27.4./3.5.). Für Pep Guardiola wird es das zweite – und vorerst letzte – Finalerlebnis in der Hauptstadt.

Werder wollte sich nicht kampflos ergeben, spielte mutig und munter nach vorn in Halbzeit eins. Angeführt von Oldie Claudio Pizarro, dem 37-jährigen Jungbrunnen der Grün-Weißen. Letztes Jahr war der Peruaner noch Edeljoker unter Guardiola. Nicht Pizarro, nicht Bayerns Torjäger Robert Lewandowski, sondern Thomas Müller sorgte aber für den ersten Treffer, einen ganz Pep-untypischen. Ecke, Kopfball, Tor.

Xabi Alonso, Müller, 1:0, 30. Minute. Werder half mit. Sambou Yatabaré verharrte passiv, Kapitän Clemens Fritz strauchelte. Dabei hatte man sich an der Weser trotz des Abstiegskampfes auf einen Pokalcoup eingeschworen. Trainer Viktor Skripnik, der durch das 3:2 gegen Wolfsburg seinen Job gerettet hatte, sagte: „Ein Wunder kann immer passieren.“ Kann. Nur ganz selten in München.

Fritz verpasste in der 60. Minute nach scharfer Hereingabe von Gebre Selassie den Ausgleich. Noch brisanter waren zwei Schiedsrichter-Entscheidungen, jeweils zu Ungunsten der Gäste: Ziemliches Glück für die Bayern, als Fin Bartels David Alaba vor seinem Querschläger, der über Torwart Manuel Neuer ins Netz flog, am Arm gerissen hatte. Schiedsrichter Tobias Stieler gab Stürmerfoul (62.). Werder nun immer besser, mit dem Stilmittel lang, weit und hoch Richtung Strafraum. Die Bayern müde und ohne Ideen, verkrochen sich regelrecht.

Bis Arturo Vidal, das aktuelle Sinnbild für Kampfeslust, reinkam (68.) und zwei Minuten später abhob, als Janek Sternberg grätschte. Eine Schwalbe, auf die Stieler reinfiel. Müller vollstreckte per Elfmeter zum 2:0 (71.), der Deckel war drauf. Sein insgesamt 151. Pflichtspieltor im 348. Einsatz. Was für eine Quote! Die Bayern spielten es locker runter – glanzlos, aber zielsicher. Und etwas glücklich. Wegen Vidal, dem Flieger. Und Müller, dem Überflieger. „Wir haben vor allem das gemacht, was mir persönlich am wichtigsten ist“, sagte der Matchwinner: „Wir sind weitergekommen. Aber“, gab er zu, „wir haben auch viel zu viele Fehler gemacht.“

Eines haben sie gut gemacht, die Münchner, jedenfalls aus Berliner Sicht. Weil Bremen aus dem Pokalrennen ist, reicht Bundesligaplatz sieben zum Erreichen des internationalen Geschäfts. Egal, was diese erfreuliche Saison noch an Überraschungen für Hertha BSC bereit hält, mit der Europa League darf der Klub jetzt schon mal planen. Denn sein Vorsprung auf den in der Tabelle auf Rang acht platzierten VfL Wolfsburg beträgt vier Spieltage vor Schluss zehn Punkte.