Turnen

Deutsche qualifizieren sich mit zwei Berlinern für Olympia

Lukas Dauser und Philipp Herder dürfen mit nach Rio. Gemeinsam mit ihren Kollegen gewannen sie in Rio die Olympia-Qualifikation.

Abflug: Der Berliner Philipp Herder fährt mit nach Rio

Abflug: Der Berliner Philipp Herder fährt mit nach Rio

Foto: Ronald Wittek / dpa

Rio de Janeiro.  Die Berliner Turner Philipp Herder und Lukas Dauser haben sich gemeinsam mit dem Unterhachinger Marcel Nguyen, Andreas Bretschneider und Ivan Rittschik aus Chemnitz sowie dem Hannoveraner Andreas Toba für die Olympischen Spiele qualifiziert.

In Abwesenheit ihres verletzten Stars Fabian Hambüchen gewann die Riege von Bundestrainer Andreas Hirsch die Qualifikation in der Olympia Arena von Rio de Janeiro. „Rundherum war es eine kämpferische und auch emotional starke Leistung. Ich kann nur sagen: Glückwunsch“, sagte Hirsch.

Die Messlatte, die das deutsche Turnteam schon im ersten von drei Qualifikationsdurchgängen auf 350,609 Punkte hochgetrieben hatte, erwies sich in der Folge für alle nachfolgenden Mannschaften als unerreichbar. Die Ukraine sicherte sich auf Platz zwei mit 350,160 Punkten ebenso einen Olympiastartplatz wie die Niederlande (347,444) und Frankreich (346,583).

Vier Deutsche in den Einzelfinals am Montag

Bester deutscher Turner war auf Platz fünf der Mehrkampfwertung Andreas Toba mit 88,098 Punkten. Neben der Olympiaqualikation erreichten vier Turner aus der deutschen Männerriege die Einzelfinals am Montag an den Geräten: Andreas Bretschneider am Reck (3.), Lukas Dauser und Marcel Nguyen (5./6.) am Barren sowie Ivan Ritschik (6.), der für Hambüchen nachnominiert worden war, am Pauschenpferd.

Nach Rang neun bei den letztjährigen Weltmeisterschaften in Glasgow musste die Riege des Deutschen Turner-Bundes (DTB) in der Olympiastadt nachsitzen – und präsentierte sich stark verbessert.

Hoffnung auf Hambüchen

Besonders am gefürchteten Pauschenpferd blieb das Team, ganz anders als in Schottland, ohne Absteiger und legte damit den Grundstein zu einer ungefährdeten Qualifikation. Wohin der Weg bei Olympia führen wird, bleibt offen. „Ich denke, das Teamfinale wäre schon cool. Wenn wir uns noch steigern und wenige Fehler machen, können wir da als Team auch um Bronze kämpfen“, meinte Nguyen.

Der Erfolg am Zuckerhut soll auch Fabian Hambüchen auf seinem schwierigen Weg zurück ins deutsche Team motivieren. Von einer langwierigen Schulterverletzung ausgebremst, hofft der ehemalige Reck-Weltmeister auf eine schnelle Genesung.

„Ich versuche, mich wieder fit für den Sommer zu machen“, erklärte der 28-Jährige. Angedacht ist der erste Start in der Olympia-Saison bei den nationalen Meisterschaften am 25./26. Juni in Hamburg.