Eishockey

Warum der Titel-Favorit noch nicht am Limit ist

Red Bull München legt im Finale gegen Wolfsburg mit 2:1 vor. Doch Trainer Don Jackson, einst Eisbären-Erfolgscoach, äußert Kritik.

Foto: Andreas Gebert / dpa

München.  – Kurz mussten die Münchner noch zittern. Die Schiedsrichter hatten in der Verlängerung des ersten Play-off-Finals in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) den Videobeweis bemüht. Erst dann stand fest, dass der Treffer von Jeremy Dehner zum siegbringenden 2:1 (1:0, 0:0, 0:1, 1:0) für Red Bull zählen würde.

Der Hauptrundensieger war gegen die Grizzlys Wolfsburg mit Mühe der Favoritenrolle gerecht geworden und darf mit Zuversicht zu Spiel zwei am heutigen Sonntag (14.30 Uhr, ServusTV) nach Niedersachsen fahren. „Es war viel Verkehr, ich habe einfach mal draufgehalten“, sagte Dehner, der in der 72. Minute in Überzahl getroffen hatte.

Für den Offensiv-Verteidiger war das Tor die logische Folge des Spielverlaufs. „Wir hatten zuvor schon genügend gute Chancen. Ich wusste, dass es klappt, wenn wir dranbleiben“, sagte Dehner.

Jackson: „Wir haben verdient gewonnen“

Dass die Münchner überhaupt in die Overtime mussten, lag vor allem an Wolfsburgs überragendem Torhüter Felix Brückmann. Münchens Coach Don Jackson, der seine bereits sechste Meisterschaft in der DEL holen könnte, stellte deshalb zutreffend fest: „Wir haben verdient gewonnen, wir waren die bessere Mannschaft.“

Doch vollkommen zufrieden war der Trainer nicht: „Ich bin stolz, dass wir gewonnen haben, aber die Chancen von Wolfsburg waren herausragend, die hätten leicht sitzen können. Wir haben zu viele Fehler gemacht in der eigenen Zone.“

Der Amerikaner spielte vor allem auf die Szene in der 58. Minute an, als Mark Voakes doppelt am Pfosten scheiterte. Zudem hatte das Jackson-Team beispielsweise im Aufbauspiel immer wieder haarsträubend gepatzt.

Die beiden besten Defensiv-Teams der Liga

„Es geht weiter, es war ein hartes Spiel“, sagte Grizzlys-Coach Pavel Gross lapidar. Daran dürfte sich im zweiten Spiel nichts ändern. Das erste Finale der Best-of-seven-Serie, in der vier Siege zum Titel nötig sind, verlief wenig überraschend.

Schließlich traf die zweitbeste (München) auf die beste Defensive (Wolfsburg) der Liga. Das Duell des Brauseherstellers gegen den VW-Werksklub war geprägt von kräftezehrenden Zweikämpfen, beide Teams ließen sich gegenseitig kaum Raum zur Entfaltung.

„Die ganze Serie wird in diesem Rahmen ablaufen“, sagte Münchens Frank Mauer. Weil eben die Grizzlys eine der am härtesten zu bespielenden Mannschaften seien, wie Jackson urteilte. Deshalb müssen gerade die Münchner, für die alles andere als der Gewinn der Meisterschaft eine bittere Enttäuschung wäre, konstanter auftreten. Sonst könnte es am Ende der Serie eine böse Überraschung geben. sid