Basketball

Der Streit um Europas Wettbewerbe spitzt sich zu

Die Fiba schmeißt 14 europäische Verbände heraus, darunter Top-Nationen. Das gibt neue Olympia-Hoffnung für Deutschlands Basketballer.

Die Brose Baskets Bamberg waren dieses Jahr der letzte deutsche Vertreter in der Euroleague. Die Fiba Europe will kommende Saison mit der Champions League eine Konkurrenzklasse etablieren

Die Brose Baskets Bamberg waren dieses Jahr der letzte deutsche Vertreter in der Euroleague. Die Fiba Europe will kommende Saison mit der Champions League eine Konkurrenzklasse etablieren

Foto: Hans-Martin Issler / dpa

Berlin.  – Der Basketball-Verband Fiba Europe greift im Machtkampf mit der Euroleague zum äußersten Mittel und hat die ersten Nationalverbände für die EM 2017 gesperrt. Die Verbände Spaniens und Russlands sind vorerst von Fiba-Europe-Wettbewerben für Nationalteams ausgeschlossen worden, zwölf weiteren Nationen droht ebenfalls diese Sanktion. Das teilte die Fiba Europe den Verbänden in einem Schreiben mit.

Damit könnte sich für Deutschland sogar wieder eine Chance auf den eigentlich bereits verpassten Sprung zu Olympia in Rio de Janeiro bieten. Der Deutsche Basketball Bund (DBB) erhielt bereits eine Anfrage vom Weltverband Fiba World, ob er als Ersatzteilnehmer für ein Qualifikationsturnier zur Verfügung stehe.

Die Fiba Europe bestraft Spanien und Russland, weil Vereine aus diesen Ländern ihre Teilnahme am Eurocup fest zugesagt haben. Klubs aus den weiteren zwölf bedrohten Verbänden hatten dies ebenfalls angekündigt. Die 14 betroffenen Verbände sollen neben Spanien und Russland auch Serbien, Kroatien, Litauen, Griechenland, Italien, Israel, Montenegro, Mazedonien, Bosnien, Slowenien, Polen und die Türkei sein – also die Crème de la Crème des europäischen Basketballs.

Jeder Champions League-Teilnehmer erhält garantiert 100.000 Euro

Der zweitklassige Eurocup wird von der Euroleague veranstaltet, mit der sich der Kontinentalverband im Streit um die Vorherrschaft im europäischen Klub-Basketball befindet. Die FIBA Europe veranstaltet von nächster Saison an erstmals die Champions League. Jedem der 32 an diesem Wettbewerb teilnehmenden Teams werden 100.000 Euro pro Saison als Garantie in Aussicht gestellt. Insgesamt sollen 4,5 Millionen Euro ausgeschüttet werden.

Beide Parteien streiten um die Klubs und haben bei der Europäischen Kommission Beschwerden gegen das Verhalten des Konkurrenten eingelegt. Die Bundesliga hat sich noch nicht für eine Seite entschieden.

Finanzschwächere Klubs werden laut Fiba von der Euroleague diskriminiert, dazu sei der neue Vertrag mit den elf Inhabern der A-Lizenz, die zur ständigen Teilnahme am Wettbewerb berechtigt, der eines „Syndikats“. Die Vereine hatten sich im November für weitere zehn Jahre an die Euroleague gebunden. Diese besteht seit 2000. Kein Bundesligist verfügt über eine A-Lizenz.

Die vom Wettbewerbsausschluss betroffenen Verbände haben bis Mittwoch Zeit, sich dazu zu äußern, ob Klubs aus ihren Ländern am Eurocup teilnehmen werden. Am darauf folgenden Wochenende tritt das Board der Fiba World zusammen – der Weltverband könnte dann die Nationen auch für Olympia oder die Qualifikationsturniere sperren.