Basketball

Nowitzki sei Dank: Mavericks erreichen erneut die Play-offs

Die Dallas Mavericks erreichen mit einem starken Dirk Nowitzki wieder das Achtelfinale der NBA. Die möglichen Gegner sind unangenehm.

Dirk Nowitzki triumphiert mit seinen Dallas Mavericks bei den Utah Jazz mit 101:92. Der Deutsche glänzt mit 22 Punkten und elf Rebounds

Dirk Nowitzki triumphiert mit seinen Dallas Mavericks bei den Utah Jazz mit 101:92. Der Deutsche glänzt mit 22 Punkten und elf Rebounds

Foto: Rick Bowmer / picture alliance / AP Photo

Salt Lake City/Köln.  Sechs sündhaft teure Flaschen Champagner lagen eisgekühlt bereit. Nach dem Sprung in die Play-offs der NBA wartete in der Kabine der Dallas Mavericks auf Dirk Nowitzki und seine Teamkollegen der Tropfen, mit dem die Basketballer 2011 ihren Meistertitel begossen hatten. Es dürfte allerdings die einzige Feier der Saison mit dem edlen Armand de Brignac gewesen sein.

Mit einem 101:92-Sieg gegen den direkten Konkurrenten Utah Jazz, bei denen der deutsche Center Tibor Pleiss erneut keine Einsatzzeit erhielt, sicherten sich die Mavericks im vorletzten Hauptrundenspiel ihr Ticket für die Meisterrunde, das Zwischenziel ist erreicht. Mindestens auf Rang sieben wird der Champion von vor fünf Jahren nach 82 Spielen mit vielen Aufs und Abs im Westen landen, bestenfalls auf Rang fünf. Viel mehr war nicht zu erwarten.

„Wir haben es im harten Westen in die Play-offs geschafft. Das ist gut“, sagte Nowitzki eher nüchtern. Bereits zum 15. Mal ist der 37-Jährige mit Dallas in der K.o.-Phase dabei, lediglich in seinen beiden ersten Spielzeiten (1998/99 und 99/00) und in der Saison 2012/13 hatte es nicht gereicht.

Nowitzki und Co. hoffen noch auf Platz sechs

Der entscheidende Erfolg in Salt Lake City sorgte beim Würzburger für Erleichterung, Nowitzki verspürte aber auch eine gute Portion Genugtuung: „Das haben uns vor der Saison beim Blick auf den Kader nicht viele zugetraut“, sagte der Superstar, dem mit 22 Punkten und elf Rebounds sein zehntes Double-Double in der laufenden Saison gelang. Auch Topscorer und Spielmacher Deron Williams (23 Punkte) und Wesley Matthews (20 Punkte) spielten stark.

Am Mittwoch gibt es für Dallas einen Vorgeschmack auf die Play-offs. Das letzte Spiel der regulären Saison findet bei den San Antonio Spurs statt, Zweiter im Westen und nach derzeitigem Stand Achtelfinalgegner. Bei einem Sieg gegen den texanischen Nachbar hätte Dallas noch Chancen auf Platz fünf oder sechs.

Dabei gehen die Blicke der Mavericks-Fans nach Memphis, die aktuell den sechsten Platz inne haben und noch gegen die Los Angeles Clippers (4.) und dem übermächtigen Meister Golden State Warriors (1.) spielen. Verlieren die von Verletzungen geplagten Memphis Grizzlies beide Spiele, rückt Dallas auch bei eigener Niederlage auf Platz sechs vor. Platz fünf ist lediglich bei eigenem Sieg und gleichzeitiger Niederlage der Portland Trail Blazers (5.) möglich.

Auf alle Fälle entgehen die Mavericks im Achtelfinale den Golden State Warriors um MVP-Kandidat Steph Curry. Die anderen möglichen Achtelfinal-Gegner sind die Oklahoma City Thunder (3.) und die Los Angeles Clippers (4.).

Negative Bilanz gegen mögliche Play-off Gegner

Nowitzki gibt sich mit dem Erreichen der Play-offs nicht zufrieden und will, dass es weiter geht als zuletzt: „Seit dem Gewinn der Meisterschaft sind wir immer in der ersten Runde ausgeschieden. Hoffentlich können wir unser Momentum mitnehmen.“

Viel wird bei den verletzungsgeplagten Mavericks von Nowitzki abhängen. Chandler Parsons, neben Nowitzki und Williams immerhin drittbester Scorer, steht nach einer Knie-OP nicht mehr zur Verfügung, Williams plagen Rückenprobleme. Nur wenn Nowitzki, mit einem Schnitt von 18,3 Punkten bester Werfer der Mannschaft, seine Form hält, könnte etwas gehen.

Egal gegen wen es geht, die Mavs sind klarer Außenseiter, allein wegen der Hauptrundenbilanz. Gegen San Antonio gingen die drei bisherigen Spiele verloren, gegen Oklahoma alle vier. Gegen die Clippers gab es einen Erfolg, aber eben auch drei Niederlagen - die letzte am vergangenen Sonntag.

Dennis Schröder mit schwacher Partie gegen LeBron James

Das Wichtigste ist aber, dass Dallas überhaupt dabei ist. „Es war eine Menge Arbeit“, sagte Trainer Rick Carlisle und lobte sein Team für den Endspurt mit sieben Siegen aus den vergangenen acht Spielen: „Es waren zwei unglaubliche Wochen für unsere Jungs. Wir waren am Boden, haben aber noch mal alles reingeworfen.“

Während Dirk Nowitzki mit Dallas triumphierte, hat Dennis Schröder mit den Atlanta Hawks eine Niederlage bei den Cleveland Cavaliers um Superstar LeBron James kassiert. Der deutsche Basketball-Nationalspieler erzielte in gut 17 Minuten Einsatzzeit nur vier Punkte und konnte lediglich zwei seiner acht Versuche aus dem Feld versenken.

Atlanta hat sich bereits für die Play-offs qualifiziert, belegt vor dem Hauptrunden-Finale in den nächsten beiden Tagen Platz drei im Osten und hat sich damit bereits das Heimrecht gesichert.

Am Sonnabend beginnen die Play-offs. Die härteste, aber auch die schönste Zeit des Jahres. Nowitzki ist auch in seiner voraussichtlich vorvorletzten NBA-Saison dabei, wenn das Titelrennen startet. Jedes Weiterkommen wäre ein Geschenk.