Grand National

Der Ryanair-Chef gewinnt 700.000 Euro – und ist nur gerührt

Beim bedeutendsten Hindernisrennen der Welt siegt ein Außenseiter. Dessen Besitzer ist ungewohnt still – aus einem tragischen Grund.

Ein Kuss für den Pokal: Michael O'Leary, Besitzer des Siegerpferdes Rule the World, freut sich über den Coup

Ein Kuss für den Pokal: Michael O'Leary, Besitzer des Siegerpferdes Rule the World, freut sich über den Coup

Foto: Michael Steele / Getty Images

Aintree.  – Rule the World mit dem erst 19 Jahre alten Jockey David Mullins hat überraschend das Grand National, das berühmteste Galopp-Hindernisrennen der Welt, für sich entschieden. Der neun Jahre alte 33:1-Außenseiter machte mit dem Briten Mullins auf der Zielgeraden drei Längen gut und verwies Favorit Last Samuri und Vics Canvas auf die Plätze.

Der 19-jährige Mullins debütierte auf der Galopprennbahn in Aintree bei Liverpool und bescherte damit Besitzer Michael O’Leary, Eigentümer der irischen Billig-Fluglinie Ryanair, den Großteil der umgerechnet 696.000 Euro Siegprämie.

O’Leary mit Tränen

Der irische Unternehmer ist normalerweise für seine starken Sprüche („Wir würden sofort Bezahltoiletten an Bord einführen“) bekannt. Doch nach dem Sieg zeigt er sich sehr gerührt: „Ich bin unglaublich glücklich, ich habe unglaubliches Glück gehabt. Mouse (Trainer Mouse Morris, d.A.) hat ein hartes Jahr gehabt.“ Trainerikone Mouse Morris hatte im vergangenen Jahr seinen Sohn bei einem tragischen Unfall verloren.

Die berühmte BBC-Journalistin Steph McGovern twitterte: „Erstmals habe ich Michael O’Leary sprachlos gesehen – und sogar mit ein paar Tränen.“ Allerdings haben sich auch viele Twitter-Nutzer nach dem Sieg von Rule The World auf den stets lautstarken Ryanair-Chef („„Es ist mir (scheiß-) egal, ob mich jemand mag. Ich bin kein Träumer, Aerosexueller oder verhinderter Pilot, wie sie die Flugbranche bevölkern. Ich will Geld verdienen“) bezogen.

So schreibt Jane Torrence: „Das Pferd von Ryanair-Boss Michael O’Leary hat das Grand National gewonnen, aber der Jockey kriegt kein Geld, weil sein Sattel über 20 Kilo gewogen hat.“

Nur zwölf von 40 Pferden kamen ins Ziel

Der von Trainerikone Mouse Morris betreute Rule the World ist das erste Pferd seit mehr als 100 Jahren, das seinen ersten Hindernis-Sieg beim Grand National feierte.Das Grand National ist das bedeutendste Hindernisrennen der Welt und wird seit 1839 regelmäßig ausgetragen.

Berüchtigt ist das Rennen vor allem wegen des hohen Risikos für Ross und Reiter. An diesem Sonnabend kamen wieder nur zwölf von 40 Pferden ins Ziel, folgenschwere Stürze waren diesmal aber nicht dabei.