Basketball

Alba kämpft gegen Bonn um eine gute Play-off-Position

Im 70. Spiel gegen Bonn benötigt Alba Berlin dringend einen Sieg. Trainer Obradovic muss dabei einen schwierigen Balanceakt meistern

Hat keine Lust auf Rechenspiele: Alba-Kapitän Alex King.

Hat keine Lust auf Rechenspiele: Alba-Kapitän Alex King.

Foto: Rainer Jensen / picture alliance / dpa

Berlin.  Ein Klassiker ist das Duell von Alba Berlin gegen die Baskets aus Bonn an diesem Sonnabend in der Mercedes-Benz Arena (18.30 Uhr) wohl noch immer, schon aufgrund einer langen gemeinsamen Geschichte. Beide Teams treffen zum 70. Mal aufeinander, allein viermal standen sie sich im Meisterschaftsfinale gegenüber – Albas Bilanz: 45:24 Siege.

Ein Spitzenspiel ist es in dieser Saison sechs Spieltage vor Ende der Hauptrunde jedoch nicht. Die Gäste belegen in der Tabelle Rang zwölf, der Play-off-Zug ist für sie abgefahren, die Berliner sind Sechste und sollten Bonn tunlichst schlagen, um zumindest diesen Tabellenplatz zu verteidigen.

Seit der Niederlage am vergangenen Wochenende in Ulm sind Albas Chancen, noch weiter nach oben zu klettern, eher theoretischer Natur. Der Fünfte Ludwigsburg hat zwei Siege mehr auf dem Konto als das Team von Sasa Obradovic und hätte auch den direkten Vergleich auf seiner Seite, vom Vierten Frankfurt trennen Alba gar vier Siege.

Selbst Rang sechs ist noch nicht sicher

„Wir müssten alles gewinnen und alle anderen müssten patzen“, weiß auch Alex King. Die ganze Rechnerei bringe nichts, sagt Albas Kapitän, es ginge jetzt darum, die Hauptrunde gut zu Ende zu spielen und sich „ein positives Gefühl für den Start in das Play-off“ zu erarbeiten. „Und dann schauen wir mal.“

Noch allerdings sollte der Blick auf Albas Verfolger fallen, denn von denen droht Gefahr. Ulm, auf Rang sieben, und Alba liegen mit je 18 Siegen gleichauf und die Berliner sind nur aufgrund des direkten Vergleichs Sechster. Ein Ausrutscher hier, ein Sieg in Baden-Württemberg da, und beide würden die Plätze tauschen. Was die Chancen auf ein Happyend deutlich schmälern würde. Als Siebter träfe man zum Play-off-Start nach derzeitigem Stand auf den FC Bayern, als Achter gar auf Überflieger Bamberg. Und genau das gelte es zu vermeiden, sagt Niels Giffey: „Den Bayern oder auch Bamberg wollen wir erst im Halbfinale begegnen.“

Vor diesem Hintergrund sind Albas Ziele sowohl für das Jubiläumsspiel gegen Bonn als auch für den Rest der Hauptrunde klar. „Wir müssen so oft wie möglich gewinnen, aber auch als Team weiter zusammenwachsen“, sagt Obradovic, der beklagt, dass er aufgrund von Verletzungen und Krankheiten vom ersten Tag an nie mit der kompletten Mannschaft arbeiten konnten.

Trainer Obradovic denkt an die Zukunft

Zuletzt musste er Jonas Wohlfarth-Bottermann, der Anfang der Woche erfolgreich am Knie operiert wurde und für den Rest der Saison ausfällt, aus der Rotation nehmen, dafür aber Zugang Brandon Ashley und Ismet Akpinar nach überstandener Verletzung wieder in die Systeme integrieren. Manchmal setze er auch Spieler in dem Wissen ein, dass sie in dem Moment vielleicht nicht wirklich helfen könnten, erklärt Albas Coach, ihnen Spielzeit zu geben, sei aber „wichtig für die Zukunft“.

Auf diesem Grat wird Obradovics Team auch gegen Bonn balancieren müssen, gegen „eine sehr erfahrene Mannschaft, die keinen Druck mehr hat“ und sein Team zum 70. Jubiläum des Klassikers sicherlich gern düpieren würde.