Dortmund

Klopp mit Liverpool beim BVB: Zu emotional für einen Sieger

Bei Klopps Rückkehr nach Dortmund trennt sich der BVB von Liverpool 1:1. Klopp jubelte verhalten und drückte seine Dortmunder Jungs.

Es steht unentschieden zwischen Klopp und Tuchel - aber Liverpool hat nach einem Auswärtstor und mit einem anstehenden Heimspiel nun die deutlich bessere Ausgangslage

Es steht unentschieden zwischen Klopp und Tuchel - aber Liverpool hat nach einem Auswärtstor und mit einem anstehenden Heimspiel nun die deutlich bessere Ausgangslage

Foto: Fredrik von Erichsen / dpa

Dortmund.  Bei der emotionalen Rückkehr des Meistertrainers Jürgen Klopp haben die Titelträume von Borussia Dortmund in der Europa League einen Dämpfer erhalten. 320 Tage nach dem gefühlsreichen Abschied des Fußball-Lehrers aus der Revierstadt bot der FC Liverpool eine starke Leistung und verschaffte sich eine gute Ausgangsposition für das Viertelfinal-Rückspiel in einer Woche an der Anfield Road. Der BVB musste sich gegen die Engländer im Hinspiel mit einem 1:1 (0:1) begnügen und steht am kommenden Donnerstag auf der Insel vor einer schweren Aufgabe.

Nach dem Rückstand durch Divock Origi (36.) verhinderte Kapitän Mats Hummels (48.) mit seinem Kopfballtreffer immerhin die erste Dortmunder Niederlage im 17. Pflichtspiel des Jahres (14 Siege). Durch das Unentschieden blieb Liverpool unterdessen auch im elften Europa-League-Spiel in dieser Saison ungeschlagen.

„Ich bin etwas unschlüssig, wie ich das bewerten soll. Das Gegentor war ein wenig zu einfach, insgesamt war das Unentschieden gerecht“, sagte Hummels nach der mit Spannung erwarteten Partie im seit Wochen mit 65.848 Zuschauern ausverkauften Signal Iduna Park. Torwart Roman Weidenfeller meinte: „Wir werden uns einen Plan zurechtlegen für Liverpool, um das Ergebnis zu unseren Gunsten zu drehen.“

„Jetzt ist richtig Pfeffer drin"

Die Hymne „You’ll never walk alone“ sangen die Fans beider Teams gemeinsam.

Als Liverpools Aufstellung verlesen und Klopps Name genannt wurde, brandete Applaus auf. Mit dem Anpfiff aber rückten alle Geschichten rund um die Rückkehr des zweifachen Meistertrainers in den Hintergrund.

„Jetzt ist richtig Pfeffer drin, wir haben nicht das Gefühl, durch zu sein. Rund ums 1:0 haben wir brettstark gespielt, da haben wir gezeigt, was wir draufhaben“, sagte Klopp, der das Spiel wie Nachfolger Thomas Tuchel meist stehend an der Seitenlinie verfolgte.

Dortmund erhöhte den Druck, agierte in einigen aussichtsreichen Situationen aber zu unpräzise. Besonders Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang fand bei einigen vielversprechenden Möglichkeiten in Überzahl seinen Mitspieler nicht. Das wurde bestraft: Nach einer Kopfballverlängerung von James Milner war die BVB-Defensive unsortiert, Origi ließ Weidenfeller keine Abwehrchance.

Klopp verkniff sich den ganz großen Jubel

Im Liverpool-Block brannten nach dem Führungstreffer die bengalischen Feuer, die Fans rasteten aus – aber Klopp verkniff sich den ganz großen Jubel. Ein kurzer Schrei, beide Fäuste zuckten den Hauch einer Zehntelsekunde hervor, dann stand er wieder mit Händen in den Hosentaschen an der Seitenlinie. Sein Ex-Team brauchte einige Minuten, um sich vom Schock des Rückstands zu erholen. Erst in der Nachspielzeit wurde es noch einmal gefährlich. Aubameyang (45.+3) vergab aber ebenso wie Marco Reus (45.+4) den Ausgleich, im Gegenzug scheiterte Origi freistehend an Weidenfeller.

Klopp zeigt sich nach 1.1 zufrieden
Klopp zeigt sich nach 1:1 zufrieden

Dortmund kam mit Schwung aus der Pause. Nach einer Hereingabe von Henrikh Mkhitaryan war Hummels per Kopf mit dem Ausgleich zur Stelle. Die Begegnung nahm nun richtig Fahrt auf. Innerhalb weniger Sekunden verhinderte Weidenfeller gleich dreimal einen erneuten Rückstand. Die BVB-Anhänger peitschten ihre Mannschaft immer wieder lautstark nach vorn.

„Hätte schlimmer laufen können“, sagte Klopp: „Während der 90 Minuten war ich komplett im Spiel drin. Danach habe ich mich gefreut, dass ich die Jungs doch noch drücken konnte.“