Berlin –

Vertrag bis 2017: Kämpfer Köhler bleibt in Köpenick

Union will von der Erfahrung des 35-Jährigen profitieren

Berlin.  Er bleibt. Benjamin Köhler wird auch in der kommenden Spielzeit das Trikot des 1. FC Union tragen – am Dienstag verlängerte der Fußball-Zweitligist den auslaufenden Vertrag des 35 Jahre alten Mittelfeldspielers um ein Jahr bis 2017. „Benjamin hat sich mit bewundernswerter Energie gegen eine schwere Krankheit gestemmt und sich erfolgreich wieder ins Team gekämpft“, sagte Helmut Schulte, der Leiter der Lizenzspielerabteilung bei den Köpenickern. „Diese Mentalität und natürlich seine fußballerischen Fähigkeiten können für uns noch sehr nützlich sein.“

Köhlers Verbleib ist mehr als eine Personalie unter vielen. Wie besonders die Beziehung zwischen Spieler und Klub ist, zeigte sich spätestens beim Jubiläumsspiel gegen Borussia Dortmund Ende Januar: Bei seiner Einwechslung betritt Köhler erstmals seit seiner Krebsdiagnose im Februar 2015 wieder den Rasen der Alten Försterei. „Benny, Benny“, schallt es von den Tribünen, ebenso aus dem Gästeblock. Es ist eine emotionale Hommage an ein Stehaufmännchen, aus tiefstem Herzen, voller Anerkennung. Acht Tage zuvor hatte er im Trainingslager in Spanien sein erstes Testspiel absolviert.

Seit 2013 ist der gebürtige Berliner bereits bei Union, war anderthalb Jahre lang feste Säule des Teams. Bis zu den ominösen Bauchschmerzen im Januar 2015. Kurz darauf die niederschmetternden Nachricht: Lymphdrüsenkrebs. Ein Schock nicht nur für Köhler und sein unmittelbares Umfeld, auch für die Fans, für den Verein. Der reagierte prompt und setzte ein Zeichen, verlängerte seinen Vertrag um ein Jahr. „Wir sehen uns wieder, ganz bestimmt“, sagte Köhler damals. Aus dem Krankenhaus postete er Bilder. Köhler ging offensiv mit der Krankheit um, wurde zum Vorbild für andere. „Eisern Benny“ nannten sie ihn bald, oder „Köhler, den Kämpfer“. Vor knapp drei Wochen meldete er sich dann endgültig zurück, bestritt gegen Braunschweig seine ersten Pflichtspielminuten – noch einmal verwandelte sich die Alte Försterei zu einem Gänsehaut-Tempel. Am vergangenen Wochenende spielte er 15 Minuten gegen St. Pauli. Schritte zurück in die Fußball-Normalität.

„Für die Unterstützung, die ich hier erhalten habe, werde ich immer dankbar sein“, sagte Köhler. „Dass ich nun noch einmal die Chance bekomme, auf dem Platz etwas zurückzugeben, sehe ich als Ansporn und als Verpflichtung.“ Helfen kann er Union auf jeden Fall. Mit seiner Ruhe auf dem Platz – und auch mit seiner Lebenserfahrung.