Eiskunstlauf

Savchenko/Massot feiern ihr WM-Debüt in Bronze

Das deutsche Eislauf-Paar holt in Boston bei seiner WM-Premiere Edelmetall und begeistert die Zuschauer. Ein Anderer war enttäuscht.

Aljona Savchenko und Bruno Massot konnten gleich bei ihrer WM-Premiere überzeugen

Aljona Savchenko und Bruno Massot konnten gleich bei ihrer WM-Premiere überzeugen

Foto: Cj Gunther / dpa

Boston.  Mit einem grandiosen dritten Platz hat sich die fünfmalige Paarlauf-Weltmeisterin Aljona Savchenko mit ihrem neuen Partner Bruno Massot eindrucksvoll im Kreis der Weltelite zurückgemeldet. Bei den Welttitelkämpfen in Boston tanzten die beiden Oberstdorfer trotz kleinerer Fehler auf das Siegertreppchen.

Das Publikum raunte mehrfach bei ihrem Vortrag

Mit einer brillanten Kür verteidigten die Kanadier Meagan Duhamel und Eric Radford vor 17.000 Zuschauern im ausverkauften TD Garden ihren Titel erfolgreich. Den Nordamerikanern am nächsten kamen die Chinesen Sui Wenjing und Han Cong.

Einen bösen Absturz erlebten die russischen Olympiasieger und Europameister Tatjana Wolososchar und Maxim Trankow, die nach einer desaströsen Kür bis auf Rang sechs durchgereicht wurden.

Das erhoffte, aber nicht eingeplante Edelmetall verdienten sich die Schützlinge von Trainer Alexander König durch einen einfühlsamen Auftritt, der das Publikum mehrfach staunend raunen ließ, so beim hohen Twist gleich zu Beginn.

Dass die gebürtige Ukrainerin einen Wurf auf zwei Füßen landete und den Salchow nur doppelt statt wie geplant dreifach drehte, fiel am Ende des Programms zur Musik „Sometimes“ nicht mehr ins Gewicht. Nach dem gelungenen Kürvortrag fielen sich die deutschen Meister erleichtert in die Arme. Nach 18-monatiger Sperre wegen des Verbandswechsels des Franzosen gelang ihnen ein Traumdebüt.

Übernervöser Hanyu vergibt Vorsprung

Bei den Herren hatte der erneut übernervöse Olympiasieger Yuzuru Hanyu wie im Vorjahr seinem Trainingsgefährten Javier Fernandez den Titel des Weltmeisters überlassen müssen. Der Japaner konnte einen scheinbar komfortablen Vorsprung von zwölf Punkten aus dem Kurzprogramm nicht behaupten. „Ich war sehr angespannt, und das während meiner gesamten Kür“, sagte Hanyu anschließend niedergeschlagen.

Seine 4000 Landsleute in der Arena waren enttäuscht, als der 21-Jährige gleich drei seiner Höchstschwierigkeiten verpatzte. Titelverteidiger Fernandez nutzte die Gunst der Stunde und zog noch an dem Asiaten vorbei. Mit insgesamt 313,93 Zählern erlief der Spanier die zweithöchste jemals erreichte Punktzahl.

Und das, obwohl der 24-Jährige durch eine schmerzhafte Schleimbeutelentzündung in der rechten Ferse nur unregelmäßig trainieren konnte. „Ich wusste, dass ich zum Sieg das beste Programm meines Lebens brauche“, sagte der Europameister.

Deutscher Meister wird 28.

Hinter Hanyu und Fernandez, die beide beim kanadischen Starcoach Brian Orser in Toronto trainieren, gewann Jin Boyang aus China die erste WM-Medaille für einen männlichen Einzelläufer aus dem Reich der Mitte. Der deutsche Meister Franz Streubel aus Oberstdorf hatte nach dem Kurzprogramm nur den 28. Platz belegt und damit die Qualifikation für das Kürfinale verpasst.

Der Sieg von Fernandez war eine Niederlage für Hanyu. Der Japaner wird mit Argwohn betrachtet. Als er im Training mit dem Kasachen Denis Ten fast zusammenstieß, beschuldigte er ihn der Absicht. Hanyu ist seit seinem Sieg in Sotschi 2014 ein Star. Viele werfen ihm seitdem Arroganz vor. Der Dämpfer käme zur rechten Zeit, so Kritiker.