München –

Auch Torschützen vom Dienst wollen mal Meister werden

Was die Eishockey-Stürmer Wolf und Reimer verbindet

München.  Patrick Reimer jagt Michael Wolf: Das Fernduell der Rekordtorjäger elektrisiert im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft die Eishockey-Fans. Nur die beiden Hauptdarsteller interessiert es nicht, sie wollen endlich den ersten Titel gewinnen. „Das wird vielleicht einmal wichtig sein, wenn ich auf meine Karriere zurückblicke“, sagte Reimer, der mit seinen Nürnberg Ice Tigers am Mittwoch (19.30 Uhr) bei den Grizzlys Wolfsburg in die Runde der letzten Vier startet: „Im Moment steht aber der Erfolg der Mannschaft im Vordergrund.“

Wolf, der mit dem Hauptrundensieger Red Bull München ebenfalls ab Mittwoch (19.30 Uhr/ServusTV) gegen die Kölner Haie um den Finaleinzug kämpft, liegt in der ewigen Torschützenliste der Deutschen Eishockey Liga (DEL) mit 273 Treffern nur ein Tor vor Reimer. Doch auch der 35-Jährige will von dem Duell nichts wissen: „Wichtig ist nur, dass irgendeiner das Ding zum Schluss über die Linie drückt.“

Wolf und Reimer eint der Traum vom ersten Meistertitel. Der 33-jährige Reimer war zweimal nah dran am DEL-Silberpokal: 2006 und 2009 scheiterte er mit der Düsseldorfer EG im Finale an den Eisbären Berlin. Mit Nürnberg steht er erstmals im Halbfinale. „Wir sind noch nicht am Ende unseres Weges“, sagte Reimer. Der Stürmer ist in der Form seines Lebens. Mit 26 Treffern war er in der Hauptrunde wie schon 2014 Torschützenkönig, mit 64 Punkten zudem bester Scorer der DEL, die Liga zeichnete ihn folgerichtig als Spieler des Jahres aus. Doch all diese persönlichen Erfolge trösten nicht darüber hinweg, dass das Wichtigste fehlt. „Eine Meisterschaft würde alles krönen“, sagte Reimer. An Wolfsburg hat er schlechte Erinnerungen: Dreimal scheiterte er im Play-off an den Niedersachsen, 2010 mit der DEG, 2013 und 2014 mit Nürnberg.

Wolf, im zweiten Jahr in München, hat zum ersten Mal in seiner Karriere das DEL-Halbfinale erreicht. Der ehemalige Kapitän der Nationalmannschaft war mit den Iserlohn Roosters lediglich dreimal ins Viertelfinale vorgestoßen. Jetzt will der 35-Jährige endlich Meister werden. Auch wenn er mit der Favoritenrolle gegen den Überraschungsgegner Köln nichts anfangen kann. „Köln hat Mannheim und Berlin geschlagen“, betonte Wolf, „im Halbfinale gibt es keine Favoriten mehr“.