Miami –

Kerber kommt nach Mini-Krise wieder in Schwung

Mit Wille und Biss erreicht sie in Miami das Viertelfinale

Miami. Angelique Kerber klopfte sich nach ihrer erfolgreichen Nachtschicht in Florida dreimal mit der Faust aufs Herz. Es war eine Geste mit Symbolkraft: Die zuletzt strauchelnde Australian-Open-Siegerin hat den Kampfgeist wiedergefunden. Diese Fähigkeit war ihr nach dem Triumph von Melbourne kurzzeitig abhanden gekommen. Wille und Biss sind allerdings essenziell für Kerbers Spiel. „Ich habe einfach versucht, bis zum letzten Punkt zu kämpfen. Ich lag im dritten Satz zurück, aber ich habe immer daran geglaubt, es noch drehen zu können“, sagte die an Position zwei gesetzte Kerber nach dem 6:2, 3:6, 6:4 im Achtelfinale des mit 6,844 Millionen Dollar dotierten Hartplatz-Turniers gegen Timea Babos aus Ungarn.

Nun wartet die Weltranglisten-24. Madison Keys (USA) auf die Kielerin, die sich in der Weltrangliste wieder von Rang drei auf zwei verbessert. Nach den Australian Open und dem Medien-Rummel in der Heimat hatte Kerber drei Niederlagen in vier Matches kassiert – und war ein Schatten ihrer selbst.

Training mit Steffi Graf und André Agassi hat geholfen

Ganz anders in Miami: Im Duell mit Babos verwertete Kerber nach 2:09 Stunden ihren ersten Matchball. Mit einem famosen Vorhand-Cross-Passierschlag aus vollem Lauf, der die Zuschauer im Crandon Park um 0.37 Uhr Ortszeit noch einmal von den Sitzen riss. „Es hat eben Zeit gebraucht, um nach meinem Sieg in Australien alles wirken zu lassen und zu realisieren. Das geht nicht von heute auf morgen“, sagte Kerber. Nach ein paar Trainingstagen mit Steffi Graf und André Agassi in Las Vegas glaubt sie nun die Balance aus Training, Matches und ihren jetzt umfangreicheren Pflichten abseits des Courts gefunden zu haben. Die Medientermine hat sie auf ein Minimum reduziert: „Ich bin wieder irgendwie befreiter und lockerer, alles fühlt sich ein bisschen entspannter an. Und ich weiß, was ich zu tun habe.“