Moderner Fünfkampf

Für Lena Schöneborn fühlt sich Rio schon goldig an

Die Weltmeisterin erlebte mit Rang zwei im Einzel und dem Staffelsieg einen erfolgreichen Olympia-Test in Brasilien.

Im Fechten legt Lena Schöneborn oft schon die Basis für einen erfolgreichen Wettkampf. So war es bei ihrem Olympiasieg 2008 und beim WM-Titel 2015 in Berlin

Im Fechten legt Lena Schöneborn oft schon die Basis für einen erfolgreichen Wettkampf. So war es bei ihrem Olympiasieg 2008 und beim WM-Titel 2015 in Berlin

Foto: Rainer Jensen / picture alliance / dpa

Rio de Janeiro.  Platz eins und zwei, vier Auftritte in fünf Tagen, ein schwieriges Reiten, ein Geländelauf bei Unwetter und ein neues Format ausprobiert – Lena Schöneborn hat beim Olympia-Test der Modernen Fünfkämpfer so viel mitgenommen, wie möglich war. „Geile Ausbeute beim Weltcup Nummer zwei“, bilanzierte die Weltmeisterin per Facebook ihren Aufenthalt in Rio. Dort bestand sie die Olympia-Generalprobe im Deodoro Park mit Bravour.

Nicht nur die Berlinerin hatte Probleme beim Reiten

Nach ihrem Sieg beim Weltcup-Auftakt in Kairo unterstrich die Berlinerin mit Rang zwei im Einzel hinter der Italienerin Claudia Cesarini ihre Ambitionen auf eine Olympia-Medaille. Der Sieg mit ihrem Partner Patrick Dogue (Potsdam) in der nicht-olympischen Mixed-Staffel war ein gelungener Abschluss. Auch wenn sich nur acht Staffeln beteiligten.

„Es ist gut, dass ich die olympischen Wettkampfstätten testen und die Pferde kennenlernen konnte. Da haben wir einige Punkte verloren“, berichtete Schöneborn. Auch im Einzel hatten sie und andere Top-Athletinnen Probleme beim Reiten. Im Gegensatz zu den Spezialisten reiten die Fünfkämpfer auf Tieren, die die Veranstalter stellen.

In Rio wird der Wettkampf auf zwei Tage ausgedehnt

Bei den Vierbeinern haben die Olympia-Organisatoren Nachholbedarf. „Für uns war es sehr wichtig, die richtigen Pferde zu finden und sie zu testen“, erklärte Klaus Schormann (Darmstadt), der Präsident des Weltverbandes UIPM. Fast unbemerkt hat er erneut eine Modifizierung des Fünfkampf-Formats vorgenommen und den Eintageswettkampf in einen zweitägigen verwandelt.

Das Fechten als erste Disziplin wurde in Rio zum ersten Mal ausgelagert. Es fand vor dem eigentlichen Finaltag statt. So ist es auch für die Olympischen Spiele geplant. Die 36 Teilnehmer duellieren sich nach dem Modus „Jeder gegen Jeden“ über mehrere Stunden. Das ist für Zuschauer nicht so spektakulär, für die Aktiven aber umso wichtiger. Letztlich bleibt Fechten die einzige Disziplin, in der man dem Gegner im direkten Vergleich Punkte abnehmen kann.

Bis zum Jahreshöhepunkt bleiben noch fünf Monate Zeit

Das gilt vor allem für Schöneborn. Die 29-Jährige ist ausgewiesene Degen-Spezialistin. Den Grundstein für ihre größten Erfolge, den Olympiasieg 2008 in Peking und den WM-Titel 2015 in Berlin, legte sie jeweils mit einem überragenden Fechtergebnis. Beim Olympia-Test in Rio klappte es als Vierte auf der Planche nicht ganz optimal. Bis zum Jahreshöhepunkt bleibt aber genügend Zeit, um die Topform zu erreichen.