Champions League

André Schürrles später Schuss ins Glück

Dank eines Tores des Weltmeisters siegt der VfL Wolfsburg 1:0 gegen KAA Gent und steht erstmals im Viertelfinale. Auch Real ist weiter.

André Schürrle schießt Wolfsburg ins Viertel-Finale

André Schürrle schießt Wolfsburg ins Viertel-Finale

Foto: dpa

Wolfsburg. Müder Auftakt, später Schwung: Mit einem 1:0 (0:0)-Arbeitssieg hat der VfL Wolfsburg gegen KAA Gent Historisches geschafft. Zum ersten Mal überhaupt erreichte das Team von Trainer Dieter Hecking durch den Erfolg nach einem Tor von Weltmeister André Schürrle gegen den belgischen Meister das Viertelfinale der Champions League.

Für den größten internationalen Erfolg der Clubgeschichte genügte dem VfL im Achtelfinal-Rückspiel nach dem 3:2-Hinspielsieg ein Auftritt ohne großen Offensivdrang. Auch die Kulisse war mit nur 23.457 Zuschauern enttäuschend.

Höhepunkt des Abends war das Schürrle-Tor, der in der 74. Minute nach feiner Vorlage von Nationalmannschaftskollege Julian Draxler vollendete. „Das ist sensationell. Daran hätten wir zu Beginn der Saison nicht geglaubt“, sagte Manager Klaus Allofs und fügte hinzu: „Es war aber ein seltsames Spiel. Wir haben es am Anfang nicht hinbekommen und zu verhalten gespielt. Da wollten wir nicht in einen Konter laufen.“

Schürrle: "Ich wusste, dass meine Zeit irgendwann kommt´"

Bei den Spielern war der Jubel hinterher groß. „Das ist überragend und geil, zwei weitere Spiele zu haben“, sagte Maximilian Arnold. Draxler betonte: „Wir sind froh, diesen Schritt für den Club gemacht zu haben.“ Und Schürrle ergänzte: „Ich wusste, dass meine Zeit irgendwann kommt.“

Eine Königsklassen-reife Vorstellung war es lange nicht. „Vollgas“, hatte VfL-Trainer Dieter Hecking angekündigt, unansehnlicher Sicherheitsfußball wurde es auf dem Rasen. Die Wolfsburger überließen den Gästen in der ersten Halbzeit die Spielgestaltung und waren in erster Linie darauf bedacht, jegliches Risiko zu vermeiden.

So entwickelte sich lange ein Spiel ohne große Höhepunkte. Gent hatte zwar im ersten Durchgang mehr als 60 Prozent Ballbesitz, war aber fußballerisch viel zu limitiert, um daraus Kapital zu schlagen. Einzig in der 20. Minute kam einmal so etwas wie Gefahr für das Tor von Benaglio-Vertreter Koen Casteels auf, als Moses Simon über links durchgekommen war, dessen Hereingabe aber keinen Abnehmer fand.

Erste Pfiffe nach einer guten halben Stunde

Und Wolfsburg? Da war ein Schuss von Josuha Guilavogui von der Strafraumgrenze noch die beste Möglichkeit, doch Gent-Keeper Matz Sels war zur Stelle (18.). Zuvor hatte Max Kruse mit einem Drehschuss in aussichtsreicher Position einen ersten Schuss auf das Tor der Belgier abgegeben (13.).

Dabei hätten die Wolfsburger eigentlich mit viel mehr Selbstvertrauen ausgestattet sein müssen. Von den letzten sechs Spielen hatte der VfL nur eines verloren. Doch die Angst vor einer Blamage war wohl größer, zumal die Hecking-Elf schon im Hinspiel nach 3:0-Führung noch zwei Tore kassiert hatte. So waren nach gut einer halben Stunde erste Pfiffe zu hören.

Mit ein wenig mehr Schwung kamen die Gastgeber aus der Kabine. Sie waren um mehr Spielkontrolle und Tempo bemüht, agierten giftiger in den Zweikämpfen. Die Folge war die erste Torchance nach viel Leerlauf: In der 56. Minute schoss allerdings Luiz Gustavo zu unplatziert auf Torhüter Sels. Kurz darauf brachte Kruse seinen Sturmkollegen Schürrle in Szene, der aus kurzer Entfernung aber zu ungenau zielte (60.) und auch elf Minuten später aus halbrechter Position nicht den Ball im Tor unterbringen konnte. 16 Minuten vor Schluss kam der Angreifer aber doch noch zum Erfolgserlebnis.

Real Madrid setzt sich gegen den AS Rom durch

Für den Einzug in das Viertelfinale erhält der VfL Wolfsburg sechs Millionen Euro Prämie. Ein willkommener Segen, schließlich fährt Geldgeber VW seine Sportsponsor-Tätigkeiten zurück: Gerade wurden die Verträge mit Schalke 04 und 1860 München beendet. Da wäre es auch für das Image hilfreich, wenn im Viertelfinale ein attraktiver Gegner das VfL-Stadion füllen würde – wie Real Madrid.

Die Königlichen gewannen ihr Spiel gegen den AS Rom mit 2:0 (0:0) und gehören zum sechsten Mal in Serie zum Kreis der besten acht Mannschaften Europas. Die Tore in einem wenig spannenden Spiel erzielten Cristiano Ronaldo (64.) und James Rodríguez (68.).